Tschechische Akademie der Wissenschaften gründet Aktiengesellschaft

Radomír Pánek, Karel Havlíček und Ilona Müllerová

Forschung und Investoren zusammenbringen – das ist das Ziel der Aktiengesellschaft, die die tschechische Akademie der Wissenschaften (AV ČR) gründet.

Radomír Pánek | Foto: Tschechische Akademie der Wissenschaften

Die AG solle die Gründung von Start-up-Unternehmen vorbereiten, teilte der Vorsitzende der Akademie der Wissenschaften, Radomír Pánek, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit. Seit langem schon würde nach immer neuen Wegen gesucht, die theoretischen Erkenntnisse der Forscher praktisch zu nutzen, so Pánek. Anwesend war auch der Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (Partei Ano). Er sagte:

Karel Havlíček | Foto: Tschechische Akademie der Wissenschaften

„Die Forschung ist die fundamentale Grundlage für das künftige Wachstum Tschechiens. Es ist unsere Pflicht, gute Bedingungen sowohl für Unternehmer als auch für Wissenschaftler zu schaffen.“

Die Gründung einer Aktiengesellschaft hatte Anfang Februar der Akademische Rat der AV ČR beschlossen. Die Wissenschaftseinrichtung ist der alleinige Teilhaber. Als Leiter wurde Martin Smekal ausgewählt, der auch dem Transferzentrum der Akademie vorsteht. Der Vorteil einer AG sei es, dass dafür Gelder aus Privatquellen akquiriert werden könnten, erläuterte die Vizevorsitzender der AV ČR, Ilona Müllerová:

Karel Havlíček und Ilona Müllerová | Foto: Tschechische Akademie der Wissenschaften

„Die Akademie hat nur beschränkte Finanzmittel zur Verfügung für den Transfer von Wissenschaft in die Praxis. Für eine fortgeschrittene Phase, also für größere Tests oder die Gründung von Firmen, reichen sie nicht aus.“

Foto: Tschechische Akademie der Wissenschaften

In einer einjährigen Inkubationsphase der neuen Aktiengesellschaft sollen ausgewählte Projektgruppen in Unternehmerkompetenz geschult werden, zudem ihre Zielgruppen überprüfen und Pläne zur Produktentwicklung und Markteinführung entwickeln.

Die AV ČR hat in den vergangenen zehn Jahren bereits zehn Spin-offs und zwölf Start-ups gegründet. Zudem verkaufen die einzelnen Institute Lizenzen, etwa an Unternehmen in den Bereichen Physik, Technik, Biomedizin oder Chemie. Die Einkünfte aus Wissenschaftsanwendungen stellen einen wachsenden Anteil im Haushalt mehrerer Institute dar.

Foto: Tschechische Akademie der Wissenschaften
Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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