Tschechische Spezialeinheit bei der Nato-Großübung in Deutschland
Noch bis Anfang März läuft in Deutschland die diesjährige Großübung der Nato. Unter dem Titel Steadfast Dart (Standhafter Pfeil) geht es darum, die schnelle Verlegung von Truppen an die Ostflanke zu proben. Unter den insgesamt 10.000 Soldaten der Allianz ist auch eine tschechische Spezialeinheit.
Die Nato will in der Lage sein, mehrere Tausend ihrer Soldaten innerhalb von zehn Tagen an jeden möglichen Ort des Bündnisses verlegen zu können. Die entsprechende schnelle Eingreiftruppe, auf Englisch Allied Reaction Force, wurde als direkte Antwort auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine geschaffen. Seit Januar wird sie bei einer Nato-Großübung in Deutschland getestet. Elf Länder der Allianz sind darin eingebunden. Von deutschen Medien wurde meist die große Beteiligung von Mittelmeerländern hervorgehoben. Doch seit vergangener Woche ist auch eine tschechische Spezialeinheit vor Ort. Generalleutnant Václav Vlček präzisierte:
„Die Soldaten sind auf alle möglichen Krisen vorbereitet. In der Nato heißt das 360-Grad-Ansatz. Das bedeutet, zu jeder Zeit an jedem Ort einsatzbereit zu sein. Das Drehbuch der Übung bezieht sich nicht konkret auf einen Teil der Welt. Aber es sollen alle Einheiten der Eingreiftruppe bewegt und integriert werden, sodass jeweils ein Befehl umgesetzt wird.“
Zusammen sind es 10.000 Soldaten, die koordiniert werden müssen. Sie kommen beispielsweise aus Spanien, der Türkei oder Italien. Bei der Einheit der tschechischen Armee handelt es sich um das 43. Fallschirmjägerregiment aus Chrudim mit mehr als 200 Mann. Die Einheit wird von Jan Janeček befehligt…
„Wir zeichnen uns durch eine hohe Mobilität aus. Wir sind in der Lage, sowohl auf dem Landweg mit unseren Land Rover 130 Kajman als auch aus der Luft, und das nicht zuletzt per Fallschirm, ins Feld zu ziehen. Wir stehen zur Verfügung, um unterschiedliche Schlüsselobjekte zu sichern, sodass danach schwerere Truppenteile eingesetzt werden können“, so Janeček.
Die Übung hat mehrere Phasen. Zunächst wurde die Nato-Eingreiftruppe aktiviert, und aus jedem Land wurden die Einheiten nach Deutschland verlegt. Danach erfolgte die Abstimmung. Und seit Freitag laufe die Spezialübung nach einem konkreten Drehbuch, schildert Jan Janeček:
„Das Thema der Übung lautet Innovation. Und die Befehlshaber wollen uns darin testen, wie wir in der Lage sind, auf moderne Elemente im Feld zu reagieren. Das heißt zum Beispiel, Drohnen abzuwehren. Wir müssen einfach unsere Taktik flexibel anpassen können.“
Das Problem der Nato liegt darin, dass sie keine gemeinsame Armee hat, sondern nur eine einheitliche Befehlsstruktur. Jeder Mitgliedsstaat – außer den USA – stellt bestimmte Truppen und Truppenarten. Die gemeinsame Eingreiftruppe war zunächst auf Auslandseinsätze wie in Afghanistan zugeschnitten. Nach der russischen Annexion der Krim 2014 hat sich der Fokus zurückverschoben auf den Schutz des eigenen Nato-Territoriums.







