Tschechisches Wirtschaftswachstum 2019 bei 2,5 Prozent

Illustrationsfoto: Gerd Altmann, Pixabay / CC0

Das tschechische Wirtschaftswachstum hat sich 2019 leicht verlangsamt. Analysten beurteilen das Ergebnis dennoch als positiv.

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Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Tschechien lag im Jahresvergleich bei 2,5 Prozent. Im Vorjahr gab es noch ein Plus von 2,8 Prozent. Dies gab das Statistikamt am Dienstag bekannt. Im vierten Quartal 2019 stieg das Wachstum im Jahresvergleich um zwei Prozent und im Quartalsvergleich um 0,5 Prozent, hieß es weiter. Das tatsächliche Jahresergebnis lag damit leicht über den ursprünglichen Schätzungen des Statistikamtes. Anfang März war das Amt noch von einem Wachstum von 2,4 Prozent für 2019 ausgegangen.

Die korrigierten Angaben zum BIP wären laut dem Chefökonomen von Generali Investments CEE Radomír Jáč unter normalen Umständen eine gute Nachricht: „Die Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie haben aber die Trends in der tschechischen Wirtschaft vorübergehend unterbrochen. Die Statistiken vom Ende des letzten Jahres müssen in dieser Hinsicht als längst überholt und ohne eine direkte Beziehung zum Geschehen in der Wirtschaft in den nächsten Monaten betrachtet werden.“

Jana Steckerová (Foto: Archiv der tschechischen Kommerzbank)
Auch der Analystin der Kommerzbank Jana Steckerová zufolge sind die Daten für das vergangene Jahr eine gute Nachricht. Nichtsdestotrotz warnt sie: „In den mindestens kommenden zwei Quartalen können wir nicht mehr mit so positiven Daten rechnen.“ Nachfolgend erwarte sie aber eine schrittweise Wiederbelebung, so Steckerová.

Die Ökonomen rechnen für das ganze Jahr 2020 mit einem Rückgang der tschechischen Wirtschaft um vier bis zehn Prozent. Wie stark der Einbruch sein wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell man das Coronavirus unter Kontrolle bekommt.

Nach weiteren Daten des Statistikamtes sind die Einnahmen der Haushalte hierzulande 2019 um 5,6 Prozent gestiegen. „Das war das überhaupt schnellste Wachstum seit 23 Jahren“, kommentierte der Statistiker Vladimír Kremiet das Ergebnis. Die Ersparnisse der Haushalte haben sich um 2,3 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent erhöht. Hingegen sanken die Investitionen der Haushalte um 0,1 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent.

Die Lohnkosten der Unternehmen sind 2019 im Jahresvergleich um 6,5 Prozent gestiegen. „Somit ist ihre Rentabilität der Firmen erneut mäßig zurückgegangen“, so Kermiet. Die Rentabilitätsquote der Unternehmen ist somit um 0,1 Prozentpunkte auf 46,5 Prozent gesunken. Trotz dieser Entwicklung blieb sie jedoch über dem EU-Durchschnitt, der bei ungefähr 40 Prozent liegt.