Turnkönigin Věra Čáslavská gestorben

Věra Čáslavská (Foto: ČTK)

Mit ihrer Zivilcourage schrieb die Kunstturnerin Věra Čáslavská Geschichte. Mit sieben Goldmedaillen war die Tschechin eine der erfolgreichsten Olympia-Teilnehmerinnen. Am Dienstag ist sie im Alter von 74 Jahren gestorben.

Věra Čáslavská (Foto: ČTK)
Triumph und Tragödie lagen für die Kunstturnerin Věra Čáslavská immer dicht beieinander. Erst siegte sie dreimal bei den Olympischen Spielen in Tokio 1964, dann setzte sie ihre Erfolgsserie in Mexiko 1968 mit gleich vier Goldmedaillen fort. Die junge Tschechoslowakin gewann in den Disziplinen Pferdsprung, Stufenbarren, Boden und Achtkampf-Einzel. Die zierlich wirkende Schönheit, auch Turnkönigin genannt, wurde zusammen mit Jackie Kennedy zur Frau des Jahres 1968 gekürt. Und dann: Berufsverbot in ihrer Heimat, öffentliche Erniedrigungen, jahrzehntelanges Leben abseits der Scheinwerfer. Was war geschehen? Als bei der Medaillenzeremonie in Mexiko-Stadt die sowjetische Hymne gespielt wurde, senkte Čáslavská den Kopf hinab. Es war ein stiller Protest vor den Augen der Weltöffentlichkeit gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei zwei Monate zuvor.

Nach schwerer Krankheit ist Věra Čáslavská nun im Alter von 74 Jahren gestorben, wie das Tschechische Olympische Komitee in Prag bestätigte.