Über 40 Verletzte nach Gasexplosion in der Prager Altstadt

Foto: ČTK

Am Montagvormittag explodierte in der Prager Altstadt unweit des Nationaltheaters ein vierstöckiges Gebäude. Die Ursache war aller Wahrscheinlichkeit nach ein undichtes Gasrohr. 43 Menschen wurden bei der Explosion verletzt, eine Person davon schwer. Die Aufräumarbeiten am Ort des Unfalls wurden auch am Dienstag fortgesetzt.

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Am Montag kurz vor zehn Uhr wird die Divadelní-Straße in Prag von einer Explosion erschüttert. Durch die Druckwelle gehen auch an einigen Nachbargebäuden und den hier geparkten Autos die Scheiben zu Bruch. Menschen auf der Straße sind voll von Blut. In ein paar Minuten treffen die ersten Rettungswagen ein, die Ärzte helfen den Verletzten. Feuerwehrleute und Polizisten evakuieren über 200 Menschen aus den Gebäuden am Unfallort.

Nach einer halben Stunde ist der Ort des Unglücks samt Umgebung vollständig abgesperrt. Die Explosion war Kilometer weit entfernt zu hören. Die Druckwelle haben auch die Bauarbeiter gespürt, die auf dem Gerüst am Nationaltheater gerade die Fassade des historischen Gebäudes reparierten:

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„Der Knall war ungeheuer laut, nicht einmal am Silvestertag hört man so etwas“, sagt einer der Bauarbeiter. Auch das Nationaltheater wurde kurz darauf geräumt.

Bei der Explosion wurden 43 Menschen verletzt, die meisten davon erlitten Schnittwunden. Viele der Verletzten waren Studenten der Fakultät für Sozialwissenschaften, die ihren Sitz in unmittelbarer Nachbarschaft des explodierten Hauses hat. Einer der Zeugen des Unglücks ist der Präsident der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, Jiří Drahoš. Auch die Akademie liegt in der Nähe des demolierten Hauses:

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„Ich habe während meines Lebens nicht viele Explosionen erlebt, aber diese war bestimmt die stärkste davon. Überall flogen Scherben, es gab viel Staub. Leider wurden einige meiner Kolleginnen und Kollegen durch die Scherben verletzt.“

Das beschädigte Haus haben Polizisten mit Spürhunden nach Verschütteten durchsucht. Opfer gab es aber zum Glück keine. Die Behörden unterbrachen die Gasversorgung rund um die Unglücksstelle. Neben dem Prager Oberbürgermeister und dem Innenminister war auch Premier Petr Nečas vor Ort:

„Es sieht dort aus wie nach einem Luftangriff“, sagte der Premier, nachdem er sich den Ort der Explosion angeschaut hatte.

Petr Macháň (Foto: ČTK)
Den Bauzustand des explodierten Gebäudes haben zudem Statiker überprüft. Einer von ihnen ist Petr Macháň:

„Das Ziegelgewölbe in der ersten Etage ist eingestürzt. Die tragende Hauptwand wurde inzwischen mit Teleskop-Stützen gefestigt, um die Gefahr eines weiteren Einsturzes zu verhindern. Die Nachbargebäude sind nicht gefährdet. Fenster und Türen sind dort zwar zerstört, zu einer Beschädigung der tragenden Konstruktion dieser Häuser aber ist es nicht gekommen.“

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Wie die Mitarbeiter der Prager Gaswerke mitteilten, wurde die Gasleitung im explodierten Haus und den anliegenden Gebäuden erst vor kurzem kontrolliert. Nach der Ursache der Explosion wird noch gesucht. Die Aufräumarbeiten wurden am Dienstag fortgesetzt.