Überschwemmungen dauerten auch am Wochenende an

Moldau in Prag, Foto:CTK

Starke Regenfälle haben auch am Wochenende wieder Überschwemmungen vor allem in Süd- und Westböhmen verursacht. Es mussten bereits an die 2000 Menschen evakuiert werden, sechs Menschen sind aufgrund der Überschwemmungen zu Tode gekommen. Dagmar Keberlova fasst die Wochenendereignisse zusammen, es liest Katrin Sliva.

Sobenov in Südböhmen, Foto:CTK
Die endgültige Summe der Schäden, die durch die Überschwemmungen der letzten Tage entstanden sind, ist noch nicht bekannt. Einigen Schätzungen zufolge belaufen sie sich auf bis zu einer Milliarde Kronen. Der tschechische Premier Vladimir Spidla sagte am Sonntagabend, er könne sich noch nicht konkret äußern, da bislang nur Schätzungen vorliegen. Ein bis zwei Tage werde es noch dauern, bis die Zahlen fest stehen. Premier Spidla wiederholte, dass die Regierung den geschädigten Regionen, finanzielle Unterstützung zukommen lassen werde, so, wie es nach den Überschwemmungen im Jahre 1997 beispielsweise in Mähren der Fall war. Sogar eine Änderung des Staatshaushaltes sei deswegen möglich.

Am Wochenende entspannte sich zunächst die Situation. Vor allem in der Krisenregion in Südböhmen verzeichneten die Behörden sinkende Wasserstände. Ebenfalls rückläufig war am Samstag der Wasserstand der Moldau in Prag. Dagegen stieg der Wasserstand der Elbe im nordböhmischen Grenzgebiet zu Sachsen auf über sechs Meter an. In Ústí nad Labem /Aussig, wo am Samstagnachmittag ein Pegelstand von 6,3 Metern gemessen wurde, musste aufgrund der Überschwemmung eine der wichtigsten Verbindungsstraßen zwischen Decín/Tetschen und Prag gesperrt werden. Aus dem gleichen Grund musste auch der Schiffs- und Fährverkehr in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz eingestellt werden. Am Sonntag entspannt sich weiterhin die Situation.

Im nordböhmischen Lauf der Elbe wurde die dritte Hochwasserwarnstufe wieder aufgehoben. Dennoch blieb der Schiffs- und Fährverkehr in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz weiterhin unterbrochen. Am Wochenende hat die Feuerwehr aus dem Landkreis Olomouc an die 150 Helfer in die südböhmischen Regionen geschickt. Die Tschechische Republik hat 20 Feuerwehrmänner aus zwei weiteren Landkreisen nach Niederösterreich geschickt, die bei der Beseitigung der dortigen Schäden behilflich sind. Nachdem sich die Lage am Wochenende insgesamt entspannt hat, setzten am Sonntagnachmittag in Südböhmen erneut heftige Regenfälle ein.