Umfrage: Kenntnisse zur Cybersicherheit sind bei Senioren in Tschechien Familiensache

Grundkenntnisse in Sachen Cybersicherheit sind heute für jeden Telefon- oder Internetnutzer unentbehrlich. Aber gerade ältere Menschen können einen Betrug oft nicht erkennen. Sie sind in Tschechien vor allem auf die Hilfe jüngerer Verwandter angewiesen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Jüngere helfen Älteren – so lassen sich die Erkenntnisse zusammenfassen, die das Cybersicherheitsunternehmen GEN aus einer Umfrage gezogen hat. Kinder und vor allem Enkel spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass die Senioren in Tschechien Internetbetrügern möglichst nicht auf den Leim gehen. Für diese Studie hat GEN landesweit 1000 Menschen befragen lassen.

Dass dieses Thema wichtig ist, weiß man bei der NGO Právě teď. Sie bietet Kurse zu digitalen Fragen an, die sich speziell an Senioren richten. NGO-Mitbegründerin Hana Čepová berichtet:

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„Eine Klientin kam mit einem echten Fall zu uns. Ihr wurde gesagt, dass jemand in ihrem Namen einen Kredit aufnehmen wollte. Der Anrufer gab sich als Polizist aus Beroun aus und drohte mit einer Vorladung. So erzwang er sich Zugang zu dem Konto der Frau.“

Am Ende habe die Frau aber keinen finanziellen Schaden erlitten, ergänzt Čepová. Nicht immer gehen Betrugsversuche aber so glimpflich aus. Gerade ältere Menschen seien hierzulande oft Ziel solcher Absichten, sagt Vítězslav Pelec, Kommunikationsexperte der Softwarefirma ESET:

„Sie glauben einfach häufiger irgendwelchen Falschmeldungen. Ich sehe den Grund darin, dass sie am ehesten Probleme haben, einen Betrug von einer legitimen Ansprache zu unterscheiden. Unsere Daten zeigen, dass Menschen im Alter von 60 und mehr Jahren bei der Nutzung von Technologien allgemein weniger vorsichtig sind.“

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Bei dieser Problematik ist die Kommunikation innerhalb der Familie offenbar von großer Bedeutung. Die Umfrage von GEN ergab, dass 80 Prozent der jüngeren Menschen in Tschechien schon einmal ihren Eltern oder Großeltern dabei geholfen haben, einem Betrug vorzubeugen oder ihn im letzten Augenblick sogar zu verhindern. Dies geschieht demnach meistens durch Sicherheitseinstellungen im Smartphone oder Computer. Oft würden die jüngeren Familienmitglieder mit den älteren aber auch aktiv über Cybersicherheit sprechen, erläutert Studienleiter Michal Salát:

„Schon dadurch, dass sich die beiden Generationen darüber unterhalten, wird die Möglichkeit recht deutlich erhöht, dass mögliche Angriffe in Zukunft präventiv verhindert oder von den älteren Verwandten erkannt werden.“

Hatte ein Betrüger dann doch Erfolg, bestünden junge Menschen eher darauf, dass der ältere Verwandte den Fall auch anzeigt, fährt Salát fort:

„Viele Menschen melden so etwas nicht bei der Polizei. Und wenn die Bank anruft und verdächtige Bewegungen auf dem Konto meldet, sagen die Leute oft, dass es doch nicht so schlimm sei. Es ist also nötig, den Betroffenen nach einem Vorfall davon zu überzeugen, dass er zur Polizei geht.“

Die Studie habe aber auch ergeben, dass die Kommunikation zwischen jüngeren und älteren Familienmitgliedern oft schwierig sein könne, ergänzt Salát. Fast die Hälfte der Teilnehmer habe angegeben, dass sie mit ihren Erklärungen zu Risiken in Sachen Cybersicherheit bei ihren Eltern oder Großeltern nicht erfolgreich gewesen seien. Darum sei wichtig, sagt Hana Čepová von Právě teď, das Thema immer wieder anzusprechen.

Autoren: Daniela Honigmann , Vít Andrle | Quelle: Český rozhlas
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