Umweltministerium lanciert Programm „Grünes Licht dem Sparen“

Foto: Europäische Kommission

Der Energieverbrauch von Wohnbauten in Tschechien soll erheblich gesenkt werden. Das Umweltministerium stellt in den nächsten Jahren Milliarden Kronen für bessere Wärmedämmung und sparsameres Heizen zur Verfügung. Über das Programm „Zelená úsporám“ - „Grünes Licht dem Sparen“ sollen sie an die Haushalte fließen. Finanziert werden die Zuschüsse mit Erlösen aus dem Verkauf von Emissionsrechten. Auf einer Pressekonferenz präsentierten das Umweltministerium und der Staatliche Umweltfonds am Dienstag das Programm „Grünes Sparen“ der Öffentlichkeit.

Martin Bursík und Mirek Topolánek (Foto: ČTK)
Die umweltfreundlichste und auch billigste Energie sei jene, die man erst gar nicht zu erzeugen brauche, sagte Umweltminister Martin Bursik eingangs auf der Pressekonferenz. Das wichtigste Ziel des Programms mit dem Namen „Zelená úsporám / Grünes Licht dem Sparen“ ist die Senkung des Energieverbrauchs in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Tschechien habe auf diesem Gebiet noch einen Nachholbedarf, meinte auch Petr Holub vom Umweltministerium:

„Bisher sind wir vor allem beim Energieverbrauch von Wohnbauten im Rückstand.“

Einige Nachbarländer wie etwa Österreich und Deutschland, würden die Wärmedämmung von Einfamilienhäusern und Wohnungen schon lange fördern. Allerdings seien die Förderinstrumente dort nach und nach entstanden und daher sehr verschachtelt und schwer zugänglich. Diese Nachteile habe das Programm „Grünes Licht dem Sparen“ nicht, glaubt Holub:

„Mit diesem Programm werden wir die Nachbarländer in manchem sogar überholen. Denn das 'Grüne Licht' ist komplex, aber verwaltungstechnisch einfach. Und wir erreichen damit bessere Werte des Energieverbrauchs in den Haushalten als die Nachbarländer.“

Foto: Europäische Kommission
Förderungswürdig sind sowohl die komplette ökologische Umrüstung des Eigenheims oder der Wohnung als auch Teilmaßnahmen, wie etwa dichtere Fenster oder ein Heizkessel für Biomasse. Für umweltfreundliche Neubauten – zum Beispiel Passivhäuser, kann man ebenfalls einen Zuschuss erhalten. Von den Maßnahmen soll auch die Wirtschaft kräftig profitieren: bis zu 30 000 Arbeitsplätze könnten neu geschaffen werden.

Die Mittel für die Investitionen bezieht das Umweltministerium aus dem Emissionshandel im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet Tschechien, den Ausstoß an Treibhausgasen in der Periode 2008-2012 im Jahresschnitt um 8 Prozent gegenüber dem Referenzwert von 1990 zu senken. Anfang der neunziger Jahre gehörte die marode tschechische Industrie zu den schmutzigsten in ganz Europa. Durch ihren Zusammenbruch und die nachfolgende Transformation sind die CO2-Emissionen in Tschechien bis Ende 2008 bereits um ganze 24 Prozent gesunken. Die Gutpunkte kann Tschechien nun an andere Länder verkaufen. Vergangene Woche schloss Umweltminister Martin Bursík mit Japan einen ersten Deal. Weitere sollen folgen. Insgesamt wird Tschechien bis 2012 durch den Handel mit den Emissions-Credits rund 25 Milliarden Kronen (930 Millionen Euro) einnehmen, schätzt das Umweltministerium.