Verlegerin Salivarová und Übersetzerin Charvátová erhalten tschechischen Staatspreis für Literatur
Die tschechische Schriftstellerin und Verlegerin Zdena Salivarová Škvorecká, die am 25. August im Alter von 91 in Kanada gestorben ist, wurde am Sonntag mit dem tschechischen Staatspreis für Literatur gewürdigt. Bei der Preisverleihung im Prager Ständetheater wurde auch die Übersetzerin Anežka Charvátová geehrt.
Salivarová emigrierte 1969 mit ihrem Mann, dem Autor Josef Škvorecký, aus der Tschechoslowakei. In Kanada gründeten beide den Verlag Sixty-Eight Publishers, der in ihrer Heimat verbotene Titel herausbrachte.
Charvátová übersetzt aus dem Spanischen, Italienischen und Französischen. Sie übertrug unter anderem Werke des peruanischen Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa ins Tschechische, ebenso wie Texte des italienischen Schriftstellers Umberto Eco. Sie ist Dozentin des Instituts für Translatologie der Philosophischen Fakultät der Prager Karlsuniversität. Mit dem Staatspreis wurde Charvátová für den Umfang und die Bedeutung des von ihr übersetzten Werkes geehrt, aber auch für ihre langjährige Tätigkeit in der Lehre.
Der Staatspreis für Literatur wurde erstmals 1920 vergeben, 1948 wurde die Auszeichnung abgeschafft. Wiedereingeführt wurde die Ehrung nach der Samtenen Revolution vom damaligen Kulturminister Pavel Tigrid. Die beiden Preise für Literatur und Übersetzung sind mit jeweils 300.000 Kronen (12.300 Euro) dotiert.
Bei dem Festakt am Sonntag im Ständetheater wurden auch die Preise des Kulturministeriums für Theater, Musik, Bildende Kunst, Architektur, Kinematografie und Audiovision vergeben. Ausgezeichnet wurde unter anderem der Organist Jaroslav Tůma, in memoriam wurde zudem der 2024 verstorbene Regisseur und Schauspieler Jan Kačer gewürdigt.
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