Wochenschau

r_2100x1400_radio_praha.png

Herzlich willkommen zum Wochenendprogramm von Radio Prag. Wir beginnen unsere Sendung mit einem Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der zurückliegenden Woche.

Die tschechische Polizei hat am Montag den ehemaligen Kanzleichef des tschechischen Außenministeriums, Karel Srba, und weitere vier Menschen des geplanten Mordes an Sabina Slonková, der Redakteurin der auflagenstarken tschechischen Tageszeitung Mladá fronta Dnes, beschuldigt und in Haft genommen. Die Polizei war kurz vor der geplanten Tat von einem der eventuellen Täter über den Mordkomplott informiert worden. Tschechische Politiker zeigten sich von dem Fall schockiert. Ex-Außenminister Zieleniec und Präsident Havel forderten den früheren Außenminister Jan Kavan, dessen enger Mitarbeiter Srba gewesen war, zum Rücktritt von seinen politischen Ämtern auf. Kavan distanzierte sich von Srba, wies Rücktrittsforderungen jedoch von sich.

Am Dienstag wurde Präsident Havel nach einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen, wo er wegen Bronchitis stationiert war.

Mehr als 1 Million Euro in Bargeld, zwei Pistolen und weitere Waffen hat die Polizei bei der Durchsuchung des Haushalts von Karel Srba, dem Hauptverdächtigen im Fall des geplanten Mordes an der Journalistin Slonkova, gefunden. Nach Informationen der Polizei war Srba nicht imstande, zu erläutern, woher er die gefundene Geldsumme habe.

Der frühere Regierungschef der Tschechoslowakei, Lubomir Strougal, ist am Donnerstag aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Strafvereitelung und des Amtsmissbrauchs freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, 1965 als Innenminister des kommunistischen Staates Untersuchungen zum gewaltsamen Tod von drei politischen Häftlingen unterdrückt zu haben. Strougal war der bisher höchste ehemalige Funktionär der CSSR, der sich nach 1989 vor Gericht verantworten musste.

Als eines der letzten postkommunistischen Länder hat Tschechien am Donnerstag mit dem Vatikan einen Vertrag über die gesetzliche Verankerung der Katholischen Kirche geschlossen. Darin wird der Glaubensgemeinschaft unter anderem das Recht eingeräumt, Sozialeinrichtungen zu führen. Bislang war der Status der Katholischen Kirche in Tschechien nicht klar definiert.

Der Rat der Tschechischen Nationalbank hat am Donnerstag eine deutliche Senkung der Zinssätze vorgenommen, um gegen den starken Kronenkurs vorzugehen. Die Krone reagierte darauf mit Kursverlusten. Der Gouverneur der Nationalbank, Zdenek Tuma, kündigte an, dass die Zentralbank weitere Maßnahmen gegen den immer noch hohen Kronenkurs nicht ausschließe.