In Zoo und Kühlregal: die Vogelgrippe wirft ihre Schatten voraus

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Die Vogelgrippe breitet sich in Europa weiter aus, und auch in Tschechien steigt die Aufmerksamkeit, auch wenn bislang hierzulande noch kein Fall registriert wurde. Über die Lage im Lande berichtet Thomas Kirschner.

Bereits in der vergangenen Woche hat eine Regierungskommission die Verschärfung der Präventivmaßnahmen beschlossen, unter anderem gilt die Stallpflicht für Zuchtgeflügel. Geflügelausstellungen und -märkte sind ab Anfang März bis auf weiteres verboten. Auch in den Geschäften wirft die Vogelgrippe bereits ihre Schatten voraus: Die Verbraucher sind zurückhaltender beim Kauf von Geflügelfleisch, die Preise sinken. Frantisek Svoboda von der Tschechischen Landwirtschaftskammer betont aber, dass die Kontrollen streng sind und es keinen Anlass zur Sorge gebe:

"Täglich beobachten wir, was sich in den Ställen tut, wir bewerten die Todesfälle und kontrollieren die Schlachtungen. Ich habe von dieser Seite keine Befürchtungen. Wenn sich allerdings die Verbraucher abwenden, dann könnten die Produzenten wirtschaftlich stark unter Druck kommen."

Auf seine Weise bereitet sich auch der Prager Zoo auf die heranziehende Gefahr vor. Experten des Zoos beobachten die Wildvögel in der Umgebung. Derzeit sei alles in Ordnung, sagte Zoodirektor Petr Fejk am Wochenende. Die zahlreichen exotischen Vögel des Tiergartens will Fejk notfalls durch eine strenge Quarantäne schützen. Schon im Herbst wurden die am meisten gefährdeten Entenvögel in geschlossene Gehege umgesiedelt. Bei einer unmittelbaren Bedrohung durch das Virus stehen für alle Vögel des Zoos geschlossene Behausungen bereit; der Krisenplan sieht vor, dass ein Teil des Tiergartens dann nicht mehr für Besucher zugänglich ist. So weit ist es aber vorläufig noch nicht: Reiher, Flamingos und Pelikane können die Besucher derzeit auch weiter unter freiem Himmel bewundern.