Zur Naherholung und Tierbeobachtung in den renaturierten Tagebau bei Most
Der ehemalige Tagebau Lom Československé armády nahe dem nordböhmischen Most wird derzeit renaturiert. In Teilen wurde die Natur aber auch einfach sich selbst überlassen. Wie Pflanzen und Tiere die Gegend zurückerobern, das kann in einem Monat auch die Öffentlichkeit begutachten. Der Tschechische Rundfunk hat aber schon jetzt Einsicht genommen.
Noch bis vergangenes Jahr wurde hier Braunkohle weggebaggert. Mittlerweile wird der frühere Tagebau Lom Československé armády zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet. Der Naturschützer Jiří Křen begleitet einen Reporter des Tschechischen Rundfunks dort hin:
„Hier sind wir jetzt am höchsten Punkt des Gebiets – und zwar ist es ein überdachter Rastplatz mit guter Aussicht. Wir befinden uns hier auf 200 bis 232 Metern über dem Meeresspiegel.“
Křen geht davon aus, dass dieser Ort im ehemaligen Tagebau sehr beliebt werden dürfte. Das gesamte Gelände gehört dem Energiekonzern Seven Česká energie, der 2008 entstand und ab da den Abbau von Braunkohle vor Ort betrieb. Eva Mařiková ist die Firmensprecherin, sie erläutert:
„Bisher darf man nur in Begleitung hierher, doch ab Juli kann auch die Öffentlichkeit kommen. Das heißt, dass wir den Radius für die Besucher erweitern. Sie können also auf einem vergrößerten Gebiet spazieren gehen, ihren Hund Gassi führen oder mit dem Rad fahren.“
Genau in einem Monat, also am 12. Juli, wird das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Allerdings nur jener Teil, der künstlich renaturiert wurde. Rund ein Fünftel des früher industriell genutzten Gebiets wird hingegen einfach so dem Geschehen überlassen. Es soll ab Anfang Juli als „Nationales Naturdenkmal“ ausgewiesen werden, wie Umweltminister Petr Hladík (Christdemokraten) plant.
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Speziell ist auch der Umgang mit dem See, der auf dem Grund des ehemaligen Tagebaus entsteht. Denn er wird nicht durch den Menschen mit Wasser befüllt. Stattdessen soll sich in einem jahre- und jahrzehntelangen Prozess dort Regenwasser sammeln – so dass der See dann irgendwann eine Fläche von fünf Quadratkilometern bedecken wird. All diese Entwicklungen würden vor den Augen der Besucher vonstattengehen, sagt Křen.
„Wie sich die Natur also selbst erneuert, und wie sich der Mensch um Ähnliches bemüht hat – das können die Besucher dann vergleichen. Denn sie sehen alle Prozesse in natura“, so der Ökologe.
Nicht zuletzt lassen sich in dem neuen Naherholungsgebiet auch gut Tiere beobachten...
„Im ehemaligen Tagebau hat sich eine ganze Reihe seltener und bedrohter Arten angesiedelt. Bis zu 80 Prozent aller Vogelarten im Kreis Ústí nad Labem kommen gerade hier vor. Und in der Nähe der Gemeinde Černice hat eine Wildkamera am Ostermontag dieses Jahres einen Wolf aufgenommen, der wohl zu einem Rudel gehört“, schildert der Experte.
Obwohl das Naturschutzgebiet erst im Werden ist, sind dort schon wertvolle Biotope entstanden. Naturschützer wie Jiří Křen sind begeistert:
„Das Vorkommen an Arten beweist die Bedeutung. So gibt es bis zu acht Libellenarten hier oder auch vier Froscharten an einem der Tümpel, der eine Wasserfläche von 15 Quadratmeter hat. Das ist ein ziemlicher Batzen.“
Der ehemalige Tagebau ist rund 6000 Hektar groß. Und er reicht direkt an die Südausläufer des Erzgebirges heran, an deren Hängen man Schloss Jezeří vor Augen hat.








