Zwei Themen im Kaleidoskop: Tschechische Gymnasien im Wandel / Übergewicht als Problem

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Hallo und herzlich willkommen, liebe Freunde zum Themenkaleidoskop wieder einmal mit Blanka Trcanova. Auf dem heutigen Programm stehen zwei Beiträge, erstens sprechen wir über die Gymnasien, die in Tschechien in Zukunft einige Änderungen erfahren sollen. Der zweite Beitrag soll Ihnen natürlich den Appetit nicht verderben, aber aufgepasst, wir sprechen über die Krankheit mit dem Namen Übergewicht. Sie können aber liebe Hörer vorerst in Ruhe bleiben, denn, wie gesagt, wir schauen uns die Situation in der Tschechischen Republik an.

Bereits in zwei bis drei Jahren werden die vierjährigen Gymnasien ihren Charakter ändern. Schulexperten haben entschieden, daß die Gymnasien nicht nur als Vorbereitungsphase für das Studium an den Hochschulen dienen sollten. Das akademische Studium der Mathematik, der Muttersprache oder z.B. Biologie werden Fächer wie Grundlagen des Managements, Psychologie, Rechtswesen usw. erweitern. Nach dem Abitur ist dann für die Schulabgänger nicht nur das Hochschulstudium die einzige Alternative, diese jungen Leute werden ebenso gern auch in der Praxis gesehen. So stellen sich die Zukunft der Gymnasien die Verfasser des Weißen Buches vor, das das grundliegende und verbindliche Dokument des tschechischen Schulwesens sein soll.

Es geht darum, sagt der Chef des pädagogischen Institutes in Prag Jaroslav Jezek, den Studenten Fähigkeiten zu vermitteln, die Ihnen helfen sich auf dem Arbeitsmarkt besser durchzusetzen. Für die Gymnasien bedeutet es ganz neue Arbeitsmethoden und neue Inhalte. Sie werden aber trotzdem Schulen bleiben, an denen begabte Jugendliche studieren, deren Vorstellungen über den künftigen Beruf mit 15 Jahren noch nicht eindeutig ausgereift waren. Das Schulministerium will diese Art Reform mit Motivationsprogrammen und mehr Geld unterstützen.

Auch das neue Gesetz zum Schulwesen, das demnächst der Regierung vorgelegt werden soll, spricht von den Gymnasien nicht mehr als von der Vorbereitungsstufe für Hochschulen. Die Lehrer haben vorerst noch nicht viele Informationen über die vorbereiteten Änderungen, über das eigentliche Vorhaben sind sie jedoch nicht besonders glücklich. Es gibt doch andere Schulen mit Abiturabschluss, die diese Zwecke erfüllen, wundert sich Zdenek Janalik, von der Assotiation der Gymnasiumsdirektoren . Wir haben natürlich nichts dagegen die Fähigkeiten unserer Schüler weiterzuentwickeln, aber auf der anderen Seite sind doch gerade die Gymnasien Schulen, die durch ihren akademischen Charakter spezifisch sind. Deshalb entscheiden sich sicherlich viele junge Menschen eben für Gymnasien, meint Janalik. Bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind nicht der einzige Grund, warum Experten den Charakter der Gymnasien ändern wollen. Als ein weiterer Grund spricht man davon, daß man die Gymnasien für breitere Schichten zugänglich machen will, d.h. bis zum Jahr 2010 sollten mindestens 25% der Jugendlichen an Gymnasien studieren, das wären 3% mehr als heutzutage. Deshalb soll die Entwicklung der neuen Bildungsprogramme an Gymnasien gefördert werden, heißt es in der vorläufigen Version des Weißen Buches, das kurz vor seiner Beendigung steht. Die neuen Programme sollen die Möglichkeit bieten, den Unterricht flexibel zu gestalten und individuelle Lernprogramm zu erstellen. Jeder Schüler soll die Chance haben aus einer breiten Angebotspalette an obligatorischen und fakultativen Fächern zu wählen. Selbstverständlich setzt dieses Vorhaben eine Erweiterung der Lehrerschaft voraus. Gemeint ist gar nicht so sehr die Anzahl der Lehrer sondern viel mehr die Vertiefung ihrer Fachkenntnisse, sagt Jaroslav Müllner, stellvertretender Schulminister, in dessen Zuständigkeitbereich dieses Thema fällt.

Eine ideale Figur. Ein Phänomen das sich von Jahrhundert zu Jahrhundert ändert. Trotzdem wollen sich die meisten Menschen dem jeweiligen Schönheitsideal anpassen. Zur Zeit haben wohl die schlankeren von uns die besseren Karten, es gibt aber viele Menschen, die dem Schönheitsideals des 20., bzw. des 21. Jahrhundert bei weitem nicht entsprechen, wenn nicht mehr, sie leiden an Übergewicht, mit anderen Worten, sie sind krank: Denn ebenso wie die Magersucht ist auch das Übergewicht eine Krankheit.

Die Statistiken besagen, das das Leben dieser Menschen um 4 Jahre kürzer ist. Die Anzahl der übergewichtigen Tschechen steigt ununterbrochen von Jahr zu Jahr. Immer mehr Menschen sind sich ihrer Krankheit bewusst, und suchen Hilfe bei einem Arzt. Europaweit gehören die Tschechen mit unter zu den dicksten Völkern. Aus den diesjährigen Untersuchungen geht hervor, dass jeder 5 erwachsene Mensch in Tschechien Übergewicht hat.

Die Anzahl der Raucher verringert sich, die Zusammensetzung der Ernährung sieht viel besser aus als vor Jahren und trotzdem nimmt die Anzahl der übergewichtigen Menschen zu, sagt Vojtech Hainer von der Tschechichen Gesellschaft für die Bekämpfung des Übergewichts. Wie gesagt auch die Veränderungen, die die Speisekarte in den meisten tschechischen Haushalten während der letzten Jahre verzeichnet haben, führen zu keinen positiven Änderungen in diesem Sinne. Die Menschen haben einfach zu wenig Bewegung, sagt Hainer. Trotz der immer steigenden Benzinpreise, fahren z.B. auch immer mehr Menschen mit demAuto. Die Auslastung des öffentlichen Nahverhekrs ist in den 90 iger Jahren um 40 % zurückgefallen. In der Tschechischen Republik bringen 66 % der Männer und 54 % der Frauen mehr Pfund auf die Waage als die Tabellen als Durchschnitt akzeptieren. Nach den Untersuchungen der Agentur GfK vom August diesen Jahres sind die Tschechen dicker als die Polen, Ungarn oder unsere slowakischen Nachbarn. Ein großer Unterschied besteht nach wie vor zwischen der jungen und der älteren Generation. Die geringsten Probleme mit Übergewicht haben angeblich die Prager und überhaupt die Einwohner großer Städte. Auf dem Lande geben die Menschen ungern ihre Angewohnheiten auf, umsomehr die Essgewohnheiten, und haben demzufolge eher Probleme mit Übergewicht.

Übergewicht ist eine ernstzunehmende Krankheit, die von der Weltgesundheitsorganisation als eine chronische Erkrankung definiert wird, deren Heilung einerseits sehr kostspielig ist ,die aber vor allem eine Reihe von ernhstaften Erkrankungen zur Folge hat, sei es zu hoherBlutdruck, Herzerkrankungen , Diabetis , Cholesterol oder Fett im Blut. Obwohl selbst die Ärzte zugeben, daß das Übergewicht zu 50% genetisch verursacht ist, sollten wir alle, glaube ich, doch einen Knödel weniger essen.

Autor: Blanka Trcanova
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