17 Tage Sport und Spiel: Prager Olympiapark eröffnet

Foto: Wiebke Nordenberg

Auch Prag hat seine Spiele. Am Donnerstagabend öffnete ein sogenannter Olympiapark erstmals seine Tore. Die Besucher können dort bis zum 23. Februar zahlreiche Wintersportarten selbst ausprobieren. Und die Wettbewerbe der Olympischen Spiele in Sotschi werden live übertragen.

Foto: Wiebke Nordenberg
Im Letná-Park oberhalb der Moldau bestand in den vergangenen Wochen eine Großbaustelle. Das Tschechische Olympische Komitee ließ auf einem Fünftel der weitläufigen Grünfläche einen Winter-Vergnügungspark errichten. Dieses Prager Olympia-Gelände wurde mit Beginn der Winterspiele in Sotschi dann offiziell eröffnet.

Besucher haben hier die Möglichkeit, sich in einigen olympischen Disziplinen selbst auszuprobieren. Zuzana Kalátová, Sprecherin des Parks, fasst die Hauptattraktionen zusammen:



Zuzana Kalátová (Foto: Tschechisches Fernsehen)
„Es gibt viele. Vielleicht ist aber die größte Attraktion das Eisparadies – das ist eine einzigartige Eisfläche. Auf 6500 Quadratmetern kann hier jeder Schlittschuh laufen, beziehungsweise Eishockey spielen und spielen lernen. Es gibt aber auch weitere Sportstätten: eine Curlingbahn, einen Snowpark und eine Biathlon-Loipe mit Laserschießplatz. Außerdem begrüßen wir hier täglich interessante Gäste aus dem Sport der Gegenwart und Vergangenheit, und wir bieten Fernsehübertragungen an mehreren Orten im Park an. Der Park ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Der größte Hit ist die Kombination von Sport, guter Unterhaltung und Bewegung draußen.“

Foto: Wiebke Nordenberg
Die entsprechende Ausrüstung für die jeweiligen Disziplinen lassen sich vor Ort ausleihen. Der Park öffnet täglich um neun Uhr und schließt um 22 Uhr. Von neun bis 14 Uhr sind die Sportanlagen jedoch für Schulklassen reserviert. Eine Tageskarte kostet 50 Kronen (umgerechnet 1,85 Euro), für Kinder bis zu 15 Jahren und Anwohner des angrenzenden Stadtteils ist der Eintritt kostenlos.

Wie in Sotschi sind derzeit aber auch in Prag die Temperaturen nicht gerade winterlich. Doch das sei kein Problem, erklärt Zuzana Kalátová:

Foto: Wiebke Nordenberg
„Wir befürchten keine Komplikationen in Folge des Wetters. Das Eis hier übersteht dank einer speziellen Technologie bis zu 14 Grad Celsius. Der Schnee ist künstlich und hat daher noch bessere Fähigkeiten, höheren Temperaturen standzuhalten. Niemand muss daher Angst haben, dass er nicht Ski fahren oder Schlittschuh laufen kann.“

In der Tat scheint sich dieses Versprechen zu bewahrheiten. Bereits am vergangenen sonnigen Wochenende pilgerten zahlreiche Besucher zum Letná-Park. Viele von ihnen waren mit Snowboard, Ski oder Schlittschuhen bepackt und reihten sich in die lange Schlange am Haupteingang ein.

Foto: Jan Langer, ČT24
10.000 Besucher passen gleichzeitig auf das Gelände. Das Tschechische Haus bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012 verzeichnete damals insgesamt 80.000 Gäste. Hier in Prag erwarten die Veranstalter nun ein Vielfaches dieser Besucherzahl.

„Es ist meiner Meinung nach eine sehr schöne Sache. So etwas hat es hier bisher noch nicht gegeben. Die Leute werden dadurch die Olympischen Spiele in guter Erinnerung behalten“, sagt ein jüngerer Mann.

Foto: Jan Langer, ČT24
So begeistert wie er ist jedoch nicht jeder. Im Vorfeld der Eröffnung gab es Proteste. Anwohner befürchten, dass der Letná-Park durch die Umnutzung Schäden davontragen könnte.

Streit gibt es auch über die Kosten des Projekts. Rund 66 Millionen Kronen (2,4 Millionen Euro) lassen die Gegner von einem überdimensioniertem Olympiazirkus sprechen. Der tschechische Staat beteiligt sich mit10 Millionen Kronen (360.000 Euro) an dem Vergnügungspark. Diese Summe hätte besser in langfristige Projekte investiert werden können, als in einen für nur 17 Tage geöffneten Olympiapark, sagen einige Kritiker.