20. Febiofest – finnische Retrospektive und deutsche Wettbewerbsbeiträge

Ab Mitte März können sich die Filmfans in Prag wieder auf das Febiofest freuen. Das internationale Filmfestival begeht ein rundes Jubiläum: Es 20 Jahre alt. Stargast ist diesmal die amerikanische Schauspielerin Geraldine Chaplin, das gaben die Veranstalter in dieser Woche bei einer Pressekonferenz bekannt. Ein Gespräch mit dem Programmdirektor des Febiofestes, Štefan Uhrík.

Volker Schlöndorff (Foto: Siebbi, Wikimedia Creative Commons 3.0)
Herr Uhrík, worauf konzentriert sich das Programm des 20. Febiofestes? Bestimmt gibt es auch einige Neuigkeiten und neue Schwerpunkte…

„Zum 20. Jubiläum haben wir eine neue Filmsektion eingerichtet. Wir zeigen die neuesten Filme von Regisseuren, die in den vergangenen Jahren beim Febiofest mit dem Kristián-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurden. Zu ihnen gehört auch Volker Schlöndorff, der 2003 diesen Preis erhielt. Wir werden seinen neuesten Film zeigen. Ich kann mir kein Festival ohne deutsche Filme vorstellen. Natürlich nimmt auch ein deutscher Film am Wettbewerb teil. Welcher Film es ist, kann ich noch nicht verraten. Zudem ist ein deutscher Film im neuen Wettbewerb für mittellange Filme vertreten.“

Road North von Mika Kaurismäki
Diesmal steht auch eine Retrospektive finnischer Filme auf dem Programm. Was war der Beweggrund?

„Der Grund war, dass der finnische Film nicht nur aus den Brüdern Kaurismäki besteht. In den vergangenen Jahren gab es schon Retrospektiven norwegischer, dänischer oder schwedischer Filme. Island hat nur eine kleine Filmproduktion, die müssen also noch warten. Jetzt ist also Finnland an der Reihe. Es freut mich, dass wir einen sehr interessanten Regisseur entdeckt haben, der nicht den Namen Kaurismäki trägt: Aku Louhimies. Es gibt auch weitere hervorragende Persönlichkeiten in der finnischen Kinematographie. So lade ich auch den Produzenten Tero Kaukomaa nach Prag ein, den ich seit 20 Jahren kenne. Ich war dabei, als er in Finnland ganz klein angefangen hat. Jetzt produziert er für europäische Verhältnisse relativ große Filme wie Iron Sky, der in die ganze Welt verkauft wurde. Ich bezeichne ihn immer als das Nokia des finnischen Kinos.“

Štefan Uhrík (Foto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Wie stellen Sie das Programm des Febiofestes zusammen? Nehmen Sie an Festivals teil und reisen ständig durch die Welt?

„Ja, wir reisen relativ viel. Aber ich arbeite auch beispielsweise im Auswahlkomitee für das Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Dadurch erfahre ich von Filmen, die ich sonst möglicherweise gar nicht gesehen hätte. Wir haben es beim Febiofest relativ leicht, da wir keine Weltpremiere an Land ziehen müssen. Das Festival ist aber auch so gut. Und ich will das auch weiterhin so halten, denn sonst würden die Zuschauer viele sehr langweilige Weltpremieren anstatt guter Filme sehen. Und für mich sind gute Filme wichtiger als Weltpremieren.“

Das Filmfestival findet in Prag vom 14. bis 22 März statt. Das Programm des Febiofestes wird am 27. Februar veröffentlicht, der Kartenvorverkauf beginnt am 6. März.