34. Jahrestag: 21. August 1968

Pietätsakt, 21. 8. 2002, vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks, Foto:CTK

21. August - zum 34.Mal jährt sich an diesem Mittwoch das Ereignis, das für immer in die Geschichte der nicht mehr existierenden Tschechoslowakei und somit auch in die der Nachfolgestaaten - der Tschechischen und der Slowakischen Republik. Mehr zum Thema "21. August" im folgenden Beitrag von Jitka Mladkova:

Pietätsakt, 21. 8. 2002, vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks, Foto:CTK
In der Nacht zum 21.August begann die Invasion von 5 Warschauer Paktstaaten in die damalige Tschechoslowakei, die u.a. auch mehrere Dutzend Tote und Hunderte von Verletzten in der Bevölkerung erforderte. Mit der Okkupation der Tschechoslowakei endete auch der Traum von einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz, wie die Devise der damaligen Reformkommunisten hieß. Definitiv zu Ende war der Reformprozess, der seiner zeit auch weit hinaus über die Grenzen des Landes unter dem Namen Prager Frühling bekannt war.

Unter den Jahrestagen im Kalender hat der 21. August wohl in gewissem Sinne eine Sonderstellung. Kein Grund zum Feiern natürlich, wie es bei vielen anderen Daten der Fall ist, ein Grund zum Sicherinnern schon, aber gerade in den Erinnerungen hat die Symbolik dieses Tages nach der Wende 1989 im Vergleich zu der Vor-der-Wende-Zeit eine Entwicklung durchgemacht. Aus Anlass der Besetzung der Tschechoslowakei vor allem durch sowjetische Panzer am 21.August 1968 gibt es in der Mittwochausgabe der slowakischen Tageszeitung Sme zu lesen, Zitat:

"Vor dem November 1989 hat dieses Datum eine positive Kraft von Empörung und Widerstand ausgestrahlt. Es war eine Täuschung, der Inhalt des 21.August war jedoch die Erniedrigung. Das Volk brauchte ein Mythos, eine Legende, einen Punkt, mit dem der Traum von Freiheit verknüpft war."

Erst nach der Wende durfte offen von einem Hochverrat derjenigen gesprochen werden, auf deren Einladung - wie es 1968 hieß - die Bruderländer mit ihren Streitkräften zur Hilfe in die Tschechoslowakei herbeieilten. 12 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes ist es jedoch der Justiz hierzulande nicht gelungen, einen gerechten Verdikt für die Exponenten/Initiatoren des Landesverrats zu fällen. Die gegen insgesamt 13 Promis des kommunistischen Regimes eingeleiteten Strafverfahren wurden in der Mehrheit der Fälle allmählich eingestellt, einige sind gestorben. Im Zusammenhang mit der Invasion in die CSSR 1968 werden gegenwärtig nur drei Personen verfolgt.

Nicht nur angesichts dieser Tatsache hat Bewältigung der kommunistischen Vergangenheit in Tschechien noch nicht stattgefunden.