"9 Bran" - Siebter Jahrgang des Internationalen Festivals jüdischer Kultur

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Bereits zum siebten Mal findet in diesem Jahr das Internationale Festival jüdischer Kultur "Devet Bran" / "Neun Tore" statt. Vom 13. bis 19. Juni wird im Prager Waldstein-Garten bzw. im Theater in der Dlouha-Straße (Divaldo v Dlouhe) ein Musik- und Theaterprogramm geboten. Mehr dazu hören Sie in einem Beitrag von Sarah Polewsky.

"Wie schon in den letzten Jahren widmet sich "9 Bran" auch dieses Mal wieder der jüdischen Kultur eines bestimmten Landes. In diesem Jahr lautet der Untertitel "Prag - Berlin, Dialog Tschechische Republik - Deutschland", sagt der Direktor des Festivals, Pavel Chalupa:

"Dieses Jahr ist das Festival thematisch auf die deutsch-jüdische Gegenwart und Vergangenheit ausgerichtet. Deshalb haben wir versucht, für den musikalischen sowie für den Theaterteil möglichst viele deutsche Künstler einzuladen. Den musikalischen Höhepunkt bilden dieses Jahr die '17 Hippies' und die 'Paul Brody Band'. Beide sind ausgezeichnete Gruppen, die in Deutschland in ihrem Genre sehr populär sind."

Zu den Höhepunkten des Theaterprogramms gehört der Besuch des Staatstheaters Cottbus mit seiner Inszenierung von George Taboris "Mein Kampf". Dieses Stück ist dem tschechischen Publikum schon bekannt, sagt Pavel Chalupa:

"Im letzten Jahr haben wir es in seiner russischen Version gezeigt, auch sonst wurde es schon in Tschechien gespielt. Jetzt bringen wir es aus Deutschland - uns interessiert die deutsche Bearbeitung. Es wird dem Divadlo v Dlouhe gegenübergestellt, das Taboris Goldberg-Variationen spielen wird."

Auch wenn das Festival sich an keine bestimmte Zielgruppe wendet und für alle Interessierten offen ist, hoffen die Organisatoren, besonders auch junge Menschen zu erreichen:

"Unser Ziel ist es, das junge Publikum zu beeindrucken, es mit der jüdischen Kultur, mit der jüdischen Geschichte, und mit der jüdischen Katastrophe bekannt zu machen. Wir sind kein religiöses Festival, sondern ein Festival, das die gegenwärtige Kultur präsentiert."

Junges Publikum wird auch dadurch angelockt, dass der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei ist. Unter den Besuchern des Festivals sind oft auch solche, die sonst wenig oder keinen Bezug zu jüdischer Kultur haben, und vielleicht angenehm überrascht sind, meint Pavel Chalupa:

"Ich glaube sogar, dass es manchmal wie eine Offenbarung ist, dass so eine Kultur funktioniert - dass sie ganz spannend, interessant und auch inspirierend ist. Nicht selten findet manch einer auch irgendwelche Wurzeln, so dass er sich sagt: Das habe ich irgendwann einmal gehört und gar nicht gewusst, dass das aus genau dieser Kultur kommt."

Im Herbst wird der zweite, filmische Teil des Festivals stattfinden, der im westböhmischen Marienbad beginnen soll, um näher am deutschen Publikum zu sein. Nach Stationen in Prag und acht weiteren tschechischen Städten soll mit einer Reihe von Veranstaltungen schließlich auch in Berlin ein Nachhall des gesamten Festivals stattfinden.

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