Abholung von bayerischem Müll aus Tschechien verspätet sich – Umweltminister nicht begeistert

Der illegal gelagerte Müll aus Deutschland wird vorerst weiterhin im mährischen Jiříkov bleiben. Tschechiens Umweltminister gibt der bayerischen Seite die Schuld an der Verzögerung.

Petr Hladík | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

Eigentlich sollten die mehreren Hundert Tonnen illegaler Schrott zwischen dem 25. August und dem 5. September abgeholt werden, organisieren wollten dies die bayerischen Behörden. Wie Tschechiens Umweltminister Petr Hladík (Wahlbündnis Spolu) jedoch am Donnerstag im Netzwerk X mitteilte, werde der Abtransport nun erneut verschoben. In dem auf Deutsch verfassten Post zeigte sich Hladík nicht gerade begeistert:

„Der Rücktransport des illegalen Abfalls aus Jiříkov verzögert sich schon wieder. Ehrlich gesagt habe ich erwartet, dass man sich in Deutschland an Termine und Versprechen hält. Aber nein. Das gilt offenbar nicht mehr.“

Laut dem Minister ist die deutsche Seite für die Verzögerung verantwortlich.

„Der offizielle Grund? Die Transporteure, die den Müll zurück nach Deutschland fahren sollen, haben immer noch nicht alle Unterlagen eingereicht – angeblich wegen der Sommerferien. Ferien gibt es schließlich überall.“

Der Müll wurde im Dezember vergangenen Jahres in Jiříkov abgeladen. Es soll sich um Einzelteile demontierter Flugzeuge und Windräder handeln. Ursprünglich sollte das Unternehmen Roth International, das in der Oberpfalz sitzt und den Abfall angebracht hatte, die Abholung übernehmen. Eine entsprechende Frist ließ man jedoch verstreichen. Da das Unternehmen mittlerweile insolvent ist, werden laut Medienberichten vom April wohl die bayerischen Steuerzahler die Kosten für die Entsorgung tragen müssen. Denn das bayerische Umweltministerium hatte angekündigt, die Verantwortung zu übernehmen und den Abfall abzuholen. Hladík zufolge soll Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) als Termin der Rückführung zunächst Mitte Juni genannt haben.

Autor: Ferdinand Hauser | Quelle: ČTK
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