Illegaler Müll aus Deutschland: Weitere Halde in Tschechien wird zum Teil geräumt
Im Brünner Stadtteil Horní Heršpice hat der Abtransport von weiterem Müll aus Deutschland begonnen. Ein kleinerer Teil des dort gelagerten Abfalls wird am Donnerstag und Freitag zurück in die Oberpfalz gebracht. Konkret sind es 35 Tonnen gesundheitsschädlichen Carbonstaubs, die in großen Säcken vor Ort abgestellt worden waren.
Insgesamt lagern in dem Stadtteil von Brno / Brünn jedoch 317 Tonnen deutschen Mülls. Auch in diesem Fall handelt es sich um Hinterlassenschaften der Firma Roth International mit Sitz in Weiden. Zu dieser Erkenntnis sei die tschechische Polizei gekommen, hatte der zu dem Zeitpunkt noch amtierende Umweltminister Petr Hladík (Christdemokraten) vergangene Woche mitgeteilt. Das Unternehmen ist auf die Demontage von Flugzeugen und Windrädern spezialisiert. Dementsprechend befinden sich auch in Brünn hauptsächlich entsprechende Teile aus Plastik, Laminat und weiteren Materialien.
Als erstes war die illegale Müllhalde in der Gemeinde Jiříkov bekannt geworden. Im Herbst hatte die Regierung der Oberpfalz für den Abtransport des Schrotts von dort gesorgt. Über den großen Rest der illegalen Deponie in Brünn wollen die tschechische und die deutsche Seite erst bei einem Treffen im Januar verhandeln. Bisher hatten die Deutschen daran gezweifelt, dass auch dieser Teil von Roth International stammt. Doch laut der Tschechischen Umweltinspektion (České inspekce životního prostředí) brachten Lkws der Firma zwischen Juni und Oktober vergangenen Jahres den Müll nach Brünn.
Roth International sollte eigentlich selbst für die Beseitigung des in Tschechien gelagerten Mülls sorgen. Doch die Firma ist insolvent. Deswegen hat die Regierung der Oberpfalz diese Aufgabe übernommen, will aber die Kosten von der Firma zurückfordern.
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