Illegal nach Tschechien gebrachter Müll wird nach Deutschland zurückgeholt
Nach Monaten wird an diesem Dienstag der Müll zurückgeholt, den ein Unternehmen aus der Oberpfalz illegal nach Tschechien gebracht hatte.
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Teile von Flugzeugen und Windkraftanlagen, Glasfaserbündel sowie Säcke voller Batterien stapelten sich seit Ende vergangenen Jahres im Naturpark Sovinecko nahe Jiříkov im Mährisch-Schlesischen Kreis. Den Müll sollte ursprünglich das Unternehmen Roth International, das ihn in Tschechien illegal entsorgt hatte, auf seine Kosten zurückholen. Dazu ist es jedoch nicht mehr gekommen. Anstelle der inzwischen insolventen Firma sorgt nun die Regierung der Oberpfalz für den Abtransport des Schrotts aus Jiříkov. Die Bewohner der Gemeinde, die nur rund 350 Einwohner hat, können vermutlich erleichtert aufatmen.
Die Bürgermeisterin von Jiříkov, Barbora Šišková (parteilos), sagte in den Inlandsendungen des Tschechischen Rundfunks am Dienstagmorgen, die für die Verladung und den Abtransport notwendige Technik habe schon am Montag vor Ort zur Verfügung gestanden:
„Mit einer groben Sortierung des Mülls wurde bereits gestern angefangen. Denn mit den LKW werden die einzelnen Müllsorten in entsprechende Anlagen an verschiedenen Orten Deutschlands transportiert.“
Das Datum für die Rückholung des illegalen Schrotts nach Deutschland sei, wie die Bürgermeisterin berichtet, zweimal verschoben worden. Zuerst sollten die Materialien bis Ende Juni, dann bis Ende August abtransportiert werden. Sie hoffe, dass es diesmal wirklich klappt, fügt Šišková hinzu. Von dem Müll auf dem Gelände der Gemeinde habe sie am Ende des vergangenen Jahres kurz vor Weihnachten erfahren...
„Wir haben gleich die Umweltschutzbehörde informiert. Diese forderte das Unternehmen auf, den Müll zurückzuholen. Die Firma versuchte jedoch im Januar, sechs weitere LKW-Ladungen Schrott auf dem Gelände abzuladen. Es gelang damals, fünf der LKW an der Grenze zu stoppen und zur Rückkehr nach Deutschland zu zwingen.“
Insgesamt stapelten sich am Rande der Gemeinde Hunderte Tonnen Material. Barbora Šišková erinnert sich daran, wie die Müllaffäre begann:
„Damals lag bei uns viel Schnee. Im dichten Nebel hatten die ersten zwei LKW aus Deutschland den Müll auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks in Těchanov abgeladen. Einige Bürger fuhren auf dem Weg zur Arbeit daran vorbei und machten mich darauf aufmerksam. Ich rief gleich die Polizei an, mit den Beamten stellten wir ein Protokoll zusammen. Ich dachte, dass es damit enden würde. Am nächsten Tag trafen aber weitere LKW ein. Ich alarmierte wieder die Polizei und die Zollverwaltung. Diese hat ihren Sitz jedoch in Bohumín, also etwa zwei Stunden Fahrt. Bis die Zöllner eintrafen, blockierte ich die Einfahrt ins Areal mit meinem eigenen Auto.“
Die Bürgermeisterin sprach ihren Worten zufolge damals mit den Kraftfahrern, die aus Deutschland kamen. Diese hätten begriffen, dass sie sich in einer unangenehmen Situation befänden, sagt sie:
„Sie sagten, sie seien nur als Personal mit der Fahrt beauftragt worden. Schlimmer war die Kommunikation mit denjenigen, die den Mülltransport organisierten. Das sind vermutlich jene Personen, die derzeit in Deutschland in der U-Haft sind. Sie waren recht aggressiv.“
Um zu erfahren, ob den Bewohnern aus der Umgebung der illegalen Müllhalde ein Gesundheitsrisiko droht, wandte sich Barbora Šišková damals an die Umweltinspektion.
„Diese teilte uns mit, dass kein großes unmittelbares Risiko bestehe. Im Areal befanden sich jedoch auch Säcke mit Batterien. Hätten diese Feuer gefangen, wäre der Brand toxisch gewesen. Sobald sämtlicher Müll abtransportiert ist, fordern wir die Umweltinspektion auf, nicht nur die Erde, sondern auch das Wasser zu testen, um hundertprozentig sicher zu sein, dass unseren Bürgern kein Gesundheitsrisiko droht.“
Auf die Frage, ob sie damals im Januar keine Angst hatte, als sie allein mit ihrem Auto den LKW den Weg blockierte, sagte die Bürgermeisterin, sie habe darüber nicht viel nachgedacht:
„Ich war nur sehr wütend darüber, dass sich jemand erlaubt, den Müll im Naturpark Sovinecko abzuladen, und dass er uns für Dummköpfe hält. Es ärgerte mich, dass sie am nächsten Tag wiederkamen, nachdem sie von der Polizei gewarnt worden waren. Diese Wut motivierte mich dazu, alles dafür zu unternehmen, den Vorgang zu beenden.“








