Afghanistan: erstes tschechisches Opfer „im Kampf gegen Al-Quaida“

Selbstmordanschlag gegen US-Truppen in Kabul (Foto: ČTK)

Insgesamt sieben Menschen, darunter ein tschechischer Soldat sind am Montagvormittag in Afghanistan ums Leben gekommen. Sie wurden Opfer eines Selbstmordattentäters. Weitere elf Menschen, auch Tschechen, wurden bei dem Anschlag verletzt.

Selbstmordanschlag gegen US-Truppen in Kabul (Foto: ČTK)
Als erstes tschechisches Opfer im Kampf gegen die Al-Quaida bezeichnen die Medien den 35-jährigen Familienvater, der bei dem Anschlag starb. Er war Angehöriger einer Spezialeinheit, die zur Zeit des Anschlags ein dänisches Aufbauteam schützten sollte. Der Vorfall ereignete sich in der wohl unsichersten Gegend des Landes, in der südlichen Provinz Helmand, konkret in der Stadt Girishk. Dazu Miroslava Třebická vom Generalstab der tschechischen Armee gegenüber Radio Prag:

„Die Einheit nahm ihre Tätigkeit um 9.15 Uhr Ortszeit in Girishk auf. Eine Viertelstunde später kam es nur 150 Meter vom Sitz der Hilfstruppen entfernt zu dem Angriff durch den Selbstmordattentäter.“

Neben dem tschechischen Soldaten kamen bei dem Anschlag laut Agenturberichten auch zwei dänische Soldaten und vier Einheimische ums Leben. Zudem wurden elf Menschen verletzt, darunter zwei Tschechen – einer leicht und einer schwer.

„Der Soldat mit schweren Verletzungen wurde in das amerikanische Krankenhaus in Kandahar gebracht und in künstliches Koma versetzt“, so Miroslava Třebická.

Der Attentäter wird den Taliban zugerechnet. Er griff das Team bei einem der Einsätze zu Fuß an; bei diesen ist das Risiko von Anschlägen besonders hoch. Laut Angaben der tschechischen Armee ist diese Art des Einsatzes jedoch gängig, regelmäßig werden auf diese Weise Schulen und Krankenhäuser besucht.

Die Einheit des getöteten Tschechen wiederum schützt jedoch nicht nur die Aufbauteams oder wichtige Personen, sondern nimmt auch direkt an Kämpfen gegen die Al-Quaida teil. Deswegen wird vom ersten tschechischen Opfer im Kampf die Terrororganisation gesprochen.

Allerdings handelt es sich nicht um den ersten getöteten tschechischen Soldaten in Afghanistan. Im Mai vergangenen Jahres wurde ein Tscheche bei einem Lawinenunglück im Hindukusch verschüttet und starb. Dass Soldaten in Särgen zurückkehren, das musste die tschechische Öffentlichkeit bisher vor allem im Rahmen der Friedensmissionen auf dem Balkan hinnehmen. 13 Männer kamen dort seit 1993 ums Leben. Insgesamt beklagt die Armee aber bereits das 16. Todesopfer bei einem Auslandseinsatz, weitere zwei starben in Saudi-Arabien und dem Irak.

Glück hatten hingegen am Montag die tschechischen Soldaten im Kosovo. Bei Unruhen in der Stadt Mitrovica waren die Kfor-Truppen unter scharfes Feuer geraten, ein Soldat starb und rund 140 Menschen wurden verletzt.

„Tschechische Soldaten waren keine in Mitrovica im Einsatz“, so die Sprecherin des Kontingents, Andrea Langerová.

Die zwischen Serben und Albanern geteilte Stadt im Kosovo gehört nämlich nicht zum Gebiet der tschechischen Kfor-Kräfte.