Kosovo: tschechische Soldaten helfen beim Grenzschutz

Belgrad (Foto: ČTK)

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag in der serbischen Hauptstadt Belgrad war angespannt. Feuer wurden gelegt, die US-Botschaft ist abgebrannt. So sahen die serbischen Massenproteste gegen die Unabhängigkeit des Kosovo aus. Und sie beschränkte sich nicht nur auf Belgrad. An der Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo mussten sogar die tschechischen KFOR-Soldaten die Kosovo-Polizei unterstützen.

Belgrad (Foto: ČTK)
Rund Tausend serbische Demonstranten haben am Donnerstag den Grenzübergang in Merdare im Norden des Kosovo angegriffen. Die Situation beruhigte sich, nachdem die tschechischen KFOR-Soldaten dort Präsenz gezeigt hatten.

„Die tschechischen Einheiten sollten die Kosovo-Polizei unterstützen. Zu einem Konflikt mit den demonstrierenden Serben ist es nicht gekommen. Die Demonstranten sind nicht näher als 30 Meter an die Grenze herangekommen. Es gab also keinen direkten Kontakt“, sagte der Befehlshaber des tschechischen KFOR-Kontingents Jiří David gegenüber Radio Prag.

KFOR-Soldaten in Kosovo (Foto: ČTK)
„Das Gebiet, in dem die tschechischen Einheiten operieren, ist ethnisch einheitlich. In diesem Gebiet gibt es nur eine kleine serbische Enklave, ungefähr acht Menschen, die ca. 500 Meter von der Grenze zu Serbien leben“, so Jiří David.

Die KFOR-Truppe wurde im Jahre 1999 nach Beendigung des Kosovo-Krieges aufgestellt, sie ist eine multinationale militärische Formation unter der Leitung der NATO und hat das Mandat, Ordnung in der Provinz zu gewährleisten. Die Tschechische Republik ist seit Beginn an dieser Mission beteiligt. Zurzeit sind dort 400 tschechischen Soldaten.