Alles wie gehabt: Tschechien bezwingt die Slowakei im "Bruderkampf"
"Prestigeduell", "Spiel des Jahres" oder auch "Spiel der Wahrheit" - all diese Slogans machten bis einschließlich Mittwoch in den slowakischen und tschechischen Gazetten die Runde, als es galt ein Fußballspiel anzukündigen, bei dem es eigentlich auch nur um drei Punkte ging. Aber es war halt die Begegnung der Slowakischen mit der Tschechischen Republik - zweier Staaten, die 75 Jahre miteinander vereinigt waren, bevor sie 1993 getrennte Wege gingen. Deshalb hat ein sportliches Kräftemessen seitdem stets den Touch eines Bruderkampfes, bei dem der Kleinere (Slowake) dem Größeren (Tschechen) nur allzu gern die Harke zeigt. Wie das EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Bratislava ausgegangen ist, das verrät Ihnen nun Lothar Martin.
"Wir haben vor allem taktisch sehr gut gespielt. Wir wussten, dass die Slowaken derzeit ein gutes und sehr talentiertes Team haben. Sie haben wirklich einen Schritt nach vorn gemacht. Doch heute waren wir besonders in punkto Kreativität überlegen. Ich denke, das hat den Ausschlag gegeben."
Rosickys ehemaliger Mitspieler bei Borussia Dortmund, der Zwei-Meter-Hüne Jan Koller, nannte jedoch noch einen anderen Grund, weshalb die Slowaken überhaupt nicht zu ihrem Spiel gefunden hatten:"Am wichtigsten war natürlich, dass es uns gelungen ist, sehr schnell zwei Tore zu schießen. Das würde auch andere Gegner zu Fall bringen, denn danach lief das Spiel ganz nach unserer Regie."
Das stimmt, doch woraus hatte sich die nach ihren letzten Spielen nicht zu Unrecht kritisierte tschechische Mannschaft auf einmal eine solche Motivation gezogen? Einen Motivationsschub nannte Tomas Rosicky nach der Partie im Gespräch mit slowakischen Journalisten:
"Selbstverständlich haben uns auch die vollmundigen Verlautbarungen eurer Spieler sehr geholfen. Mir als Kapitän hat das zum Beispiel in der Kabine die Arbeit erleichtert, denn ich musste überhaupt nichts sagen, um meine Mitspieler anzufeuern."







