Ausstellung der besten architektonischen Entwürfe zur Belebung des Vitkov-Bergs

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Willkommen zum heutigen Spaziergang durch Prag, am Mikrofon begrüßen Sie Olaf Barth und Martina Schneibergova. Der schönste Blick auf Prag bietet sich zweifelsohne von der Prager Burg, bzw. von dem Aussichtsturm auf dem Laurenziberg/Petrin. Neben Petrin hat Prag jedoch noch eine auffallende Dominante - den Vitkov-Berg, der manchmal auch Zizka-Berg genannt wird. Denn im Juli 1420 besiegten auf dem Vitkov-Berg die von Jan Zizka geführten Hussiten die Truppen des Königs Sigismund. Eine riesengroße Reiterstatue dieses hussitischen Heerführers sieht von dem Dach der auf dem Vitkov errichteten nationalen Gedenkstätte auf Prag herab. Der Vitkov-Berg ist jedoch von unten schwierig zu erreichen, von den umliegenden Stadtteilen ist er außerdem durch die Eisenbahn getrennt, und die Grünflächen auf den Abhängen von Vitkov sind recht verwüstet.

Praktisch ungenutzt ist auch das Gebäude der nationalen Gedenkstätte. Die Bemühungen der Prager Ratsherren und ihrer Kollegen aus dem dritten Stadtbezirk, den Vitkov und seine Umgebung zu beleben, sind jetzt konkreter geworden. Der im Frühjahr ausgeschriebene architektonische Wettbewerb für die Belebung von Vitkov wurde in den vergangenen Tagen ausgewertet und die besten Entwürfe kann die Öffentlichkeit in einer Ausstellung besichtigen, die in diesen Tagen auf dem Vitkov zu sehen ist. In diese Ausstellung möchten wir Sie in den folgenden Minuten führen.

Auf einem Hügel zwischen den Stadtvierteln Karlin und Zizkov erhebt sich das monströse Gebäude der nationalen Gedenkstätte. Der Granitriese auf dem Vitkov-Berg erfreut sich unter den Pragern keiner besonderen Beliebtheit, denn die meisten verbinden ihn mit dem ersten tschechoslowakischen kommunistischen Staatsoberhaupt Gottwald, dessen balsamierte Mumie dort in den fünfziger Jahren ausgestellt worden war. Für ihre Instandhaltung sorgte damals ununterbrochen ein Team von 80 Experten.

Die Geschichte des monumentalen Gebäudes ist jedoch länger - mit dem Bau einer nationalen Gedenkstätte auf dem Vitkov-Berg begann man 1920 - in der Zeit der nationalen Euphorie nach der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik. Die Grundsteine für den Bau wurden damals aus verschiedenen Orten der Tschechoslowakischen Republik gebracht. Im Interieur des Gebäudes herrscht die Ausschmückung aus der vorkommunistischen Zeit vor, an der sich auch mehrere namhafte tschechische Künstler beteiligten - wie z.B. der Bildhauer Jan Stursa.

Das Gebäude, das nach dem Entwurf der Architekten Jan Zazvorka und Jiri Gillar gebaut wurde, besteht aus einem Eisenbetonskellett, das von außen mit Granit und im Inneren mit Marmor belegt ist. Die bereits erwähnte 9 Meter hohe Bronzestatue des Hussitenführers Zizka ist ein Werk von Bohumil Kafka und wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gegossen. Auf Vitkov wurde sie jedoch erst 1950 installiert.

Im Rahmen des Projektes "Prag-europäische Kulturstadt 2000" wurde im Frühjahr ein architektonischer Wettbewerb für die Wiederbelebung des Vitkov-Bergs ausgeschrieben. Architekt Zdenek Lukes, Mitglied der Jury, beschrieb mir die besten Entwürfe wie folgt:

"Bei den ausgezeichneten Entwürfen schätzten wir vor allem die Bemühung hoch ein, diese schöne Grünfläche, die sich inmitten der Hauptstadt befindet, nicht mit allzu vielen bombastischen Ideen zu belasten. Es sollten keine der Gedenkstätte konkurrierenden Einrichtungen entstehen - die Gedenkstätte sollte das Hauptmotiv des Hügels bleiben. Die besten Projekte beeinflussen nur in den notwendigsten Fällen die ganze Struktur des Vitkov und sie ergänzen diese durch sehr interessante Motive. Beim Siegerentwurf handelt es sich z.B. um eine monumentale Treppe, die auf das Dach der Gedenkstätte führen und eine imposante Aussicht auf Prag ermöglichen soll. Bei dem zweitbesten Entwurf begrüßte die Jury die Möglichkeit, eine kleine Seilbahn errichten zu können und zwar nicht wie es in den anderen Entwürfen vorgeschlagen wurde, von den beiden Seiten des Hügels hinauf, sondern aus Zizkov schräg über den Abhang. Die Autoren, die mit dem ersten Preis bedacht wurden, befassten sich auch mit breiteren Zusammenhängen - wie z.B. mit dem Gebiet von Ivalidovna im Stadtteil Karlin und dessen Verbindung mit Vitkov. Ich möchte betonen, dass der Siegerentwurf stark, intelligent und bis in Details ausgearbeitet ist und das er etappenweise verwirklicht werden kann."

Einer der Autoren des Siegerentwurfs für die Belebung des Vitkov-Bergs, Architekt Tomas Turek, stellte bei der Beschreibung seines Projektes fest, er halte die Tatsache für sehr wichtig, dass der Berg zwar monumental, aber von der Stadt getrennt ist, und zwar hauptsächlich durch die Eisenbahn. Architekt Turek erklärte weiter:

"Erstens rechnen wir damit, dass das westliche Vorfeld des Berges, wo sich Grundstücke der Eisenbahn erstrecken, wiederbelebt wird und den Fußgängern einen Spaziergang bis in das Stadtzentrum durch die Hybernska- und Celetna- Strasse bis zum Altstädter Ring ermöglicht. Das zweite grundlegende Problem besteht heute darin, dass der Hügel von westlicher Seite fast unzugänglich ist. Der bestehende, an dem Heeresgeschichtlichen Museum vorbei führende Weg ist sehr steil, und es gibt dort auch keine Möglichkeit, zu parken. Wir schlagen vor, in diesem westlichen Vorfeld Untergrund-Parkplätze zu errichten und diese Stelle mit Vitkov zu verbinden - einerseits durch einen unterirdischen Gang und andererseits durch einen Fußgängerweg mit Treppen, der direkt auf den Abhang führen wird. Von der anderen Seite wird man zum Vitkov durch eine Parkanlage gehen können. Auf dem obersten Teil des Hügels soll eine neue Allee entstehen, die an ähnliche Parkanlagen z.B. in Paris erinnern soll. Die Achse des ganzen Hügels, die praktisch mit dem Gebäude der nationalen Gedenkstätte endet, wird mit der Allee aufrechterhalten. Auf zwei Stellen möchten wir Gartenrestaurants errichten. Die ganze Achse, die eigentlich im Osten beim Ort Namens Ohrada beginnt, soll demnächst nicht wie bisher an der hinteren Wand der Gedenkstätte enden, sondern in Form einer Treppe auf das Dach geführt werden, wo sich ein herrlicher Blick auf Prag bietet. Die Aussicht von der Gedenkstätte wird sich durch die weiteren 30 Höhenmeter noch verbessern. Die Achse würde somit ein Ziel und einen Sinn haben. Die geplante Treppe soll ein ähnlicher Anziehungspunkt sein wie der Aussichtsturm auf dem Petrin."

Architekt Turek und seine Mitarbeiter befassten sich in ihrem Projekt ausführlich auch mit der Wiederbelebung der Grünanlagen von Vitkov. Aus den historischen Materialien geht hervor, dass sich auf der südlichen Seite des Hügels einst Weinberge erstreckten. Die Architekten schlagen vor, auf dem südlichen Abhang nur Wiesen mit einzeln stehenden Bäumen und auf der nördlichen Seite einen dichten, jedoch gepflegten Wald zu lassen.

Das Gebäude der nationalen Gedenkstätte wurde vor einigen Wochen dem Prager Nationalmuseum übertragen. Es wird damit gerechnet, dass das Objekt nach einer Rekonstruktion im Jahre 2003 wieder geöffnet wird. Auf die Frage, was alles hier neu entstehen soll, bzw. was hier ausgestellt wird, antwortete der Direktor des Nationalmuseums Milan Stloukal:

Autoren: Olaf Barth , Martina Schneibergová
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