Ausstellung der böhmischen Kronjuwelen legt Fokus auf ihr Schicksal im Zweiten Weltkrieg
Die böhmischen Kronjuwelen sind im Wladislaw-Saal im Alten Königspalast der Prager Burg zu sehen. Am Montagabend haben Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel und sechs weitere Amtsträger des Staates, der Kirche und der Stadt Prag sie aus dem Kronjuwelenzimmer im Veitsdom abgeholt.
Die Ausstellung der böhmischen Kronjuwelen trägt den Titel „Der Schatz in der Dunkelheit“, denn in diesem Jahr steht ihr Schicksal während des Zweiten Weltkriegs im Mittelpunkt. Die Präsentation zeigt das Schicksal der Insignien seit 1938, als sie als Reaktion auf die sich verschlechternden Beziehungen zu NS-Deutschland heimlich in die Slowakei gebracht wurden. Nach dem Münchner Abkommen beschloss die damalige tschechoslowakische Staatsführung jedoch, sie aufgrund der wachsenden antitschechischen Stimmung in der Slowakei nach Prag zurückzuholen. Unter anderem die Eichenholzkiste, in der die Kronjuwelen transportiert wurden, ist in der Ausstellung zu sehen.
Die böhmischen Kronjuwelen dienten als Insignien der Herrschaft und Macht der böhmischen Könige. Die sogenannte Wenzelskrone aus dem Jahr 1347, das königliche Zepter, der königliche Apfel und weiter noch Lederetuis für Krone, Zepter und Apfel, das Kissen unter der Krone, ein Krönungsmantel mit Hermelinbesatz, eine Stola, ein Gürtel und der sogenannte Manipel, also ein liturgisches Gewandstück, gehören dazu.
Die Insignien des böhmischen Staates wurden früher nur zu besonderen Anlässen in der Öffentlichkeit gezeigt. Präsident Petr Pavel entschloss jedoch nach seinem Amtsantritt, dass sie jedes Jahr anlässlich des Staatsfeiertages am 28. September ausgestellt werden. Die aktuelle Präsentation dauert bis 29. September, sie ist an diesem Dienstag und Mittwoch für Schülergruppen und ab Donnerstag für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist frei.
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