Ausstellung dokumentiert Leben und Werk des Künstlers Josef Lada

Foto: Eva Turečková

Die Advents- und Weihnachtszeit in Tschechien wäre unvollkommen, wenn es ihn nicht gegeben hätte: den Maler und Schriftsteller Josef Lada. Mehrere Generationen der Tschechen sind mit seinen Illustrationen aufgewachsen.

Enkel des berühmten Malers, der gleichnamige Josef Lada (Foto: Eva Turečková)
Josef Lada wurde am 17. Dezember 1887, also vor 130 Jahren im mittelböhmischen Hrusice geboren. Und vor 60 Jahren, am 14. Dezember 1957, ist er in Prag verstorben. Aus diesem Anlass ist derzeit im Tanzenden Haus in Prag eine Ausstellung zu sehen, ihr Titel lautet „Sedmičky Josefa Lady“ (Die Sieben von Josef Lada). Der Name bezieht sich auf die Endziffer Sieben in den Jahreszahlen der beiden Jubiläen. Und die Schau gibt einen tiefen Einblick in das umfangreiche Schaffen des tschechischen Künstlers. Lada malte Bilder, illustrierte Bücher sowie Zeitungen und Zeitschriften. Mit vielen seiner Illustrationen schuf er auch die lustigen Vorlagen für die Helden von Kinderbüchern und Märchen. Deshalb sind in der Ausstellung neben seinen Bildern auch mehrere Kostüme aus später verfilmten Märchen zu sehen. Die Kuratorin Jana Sommerová:

„Wir haben auch die Originalkostüme des wunderbaren Märchens ‚Hrátky s čertem‘ (Spiele mit dem Teufel, Anm. d. Red.) bekommen. Die Verfilmung stammt aus dem Jahr 1956. Und immer, wenn wir Kostüme ausstellen, zeigt sich, dass diese ziemlich schmal und völlig anders sind als die heutige Mode.“

Ehrengast bei der Vernissage der Ausstellung war auch der Enkel des berühmten Malers, der gleichnamige Josef Lada. Gegenüber Radio Prag sagte er, dass es für ihn gar keine andere Möglichkeit gab, als seinem Großvater nachzueifern:

„Meine Mutter arbeitete zu Hause als Malerin. Mein Vater war Herausgeber und kümmerte sich um das historische Werk meines Großvaters. Auch er arbeitete zu Hause. Von daher habe ich von frühester Kindheit an alles über meinen Großvater frei Haus vermittelt bekommen.“

Und Ausstellungen aus Ladas Werk waren schon immer ein Volltreffer. Denn die Bilder des Künstlers sind auch für Kleinkinder verständlich, und ganze Familien kommen an die jeweiligen Ausstellungsorte. Zu sehen gibt es dabei stets Dinge, die mit der Weihnachtszeit in Verbindung stehen. Das bestätigt auch Lev Pavluch, der Kurator einer Exposition aus dem Jahr 2010:

„Es gibt hier mehrere Bilder, die der Weihnachtszeit entsprechen. Das sind zum Beispiel Bilder von Winterlandschaften, vom heiligen Nikolaus, von Weihnachtsfeiern oder von den heiligen drei Königen. Insgesamt haben wir uns bemüht, den Besuchern eine Übersicht über das ganze Lebenswerk von Lada vermitteln. Auffällig ist dabei, wie stark sich Ladas Anfangsarbeiten von seinem typischen Stil unterscheiden, den wir aus den 1930er bis 1950er Jahren so gut kennen.“

Die Ausstellung „Sedmičky Josefa Lady“ im Tanzenden Haus in Prag ist noch bis zum 1. April kommenden Jahres zu sehen.

Lada war als Zeichner Autodidakt, er entwickelte während der Jahre seinen persönlichen Stil mit einer typischen dicken Linie und rundlichen Formen aller Figuren. Lada malte während seines Lebens etwa 400 Gemälde und schuf rund 15.000 Illustrationen. Im Ausland ist er vor allem als Illustrator von Hašeks „Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ bekannt. Hierzulande aber ist Josef Lada, der früh auf einem Auge erblindete verlor, der vielleicht beliebteste bildende Künstler überhaupt. So sieht es auch der Fotograf Jan Saudek:

„Der einäugige Josef Lada war ein Genius und ein Ehrenmann. Und seine Illustrationen, die werden ewig leben.“

Autor: Lothar Martin
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