Auszahlungspreise für Milch in Tschechien nach zwei Jahren gesunken

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Die Auszahlungspreise für Milch an die Hersteller sind im August um etwa 20 Heller (knapp 1 Eurocent) pro Liter gesunken - das entspricht 2,2 Prozent. Es handelt sich um die erste Senkung der Preise nach mehr als zwei Jahren. Dies sagte der Vorsitzende des Milchproduzentenverbands, Jiří Kopáček, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, die anlässlich des 23. Molkerei-Tags im ostböhmischen Přibyslav / Primislau stattfand.

Jiří Kopáček (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Der Preisrückgang geht laut Kopáček auf die Befürchtungen vor den Folgen von Russlands Sanktionen zurück. Die tschechischen Molkereien hatten sich zuvor bemüht, den Export von Milchprodukten nach Russland anzukurbeln. Exportiert wurden Käse, Molke, Butter sowie Trockenmilch. Russland verbot aber Anfang August unter anderem sämtlichen Import von Milch und Milchprodukten aus den EU-Ländern.

Kopáček rechnet damit, dass die erhöhte Menge von Milchprodukten auf dem EU-Markt zu einer weiteren Senkung der Aufkaufpreise für Milch führen wird. Die Milchproduzenten bekamen in Tschechien Ende Juli im Durchschnitt 9,46 Kronen (0,34 Euro) pro Liter Milch. Dank des guten Preises sei auch die Milchproduktion gestiegen, so Kopáček.

Foto: Europäische Kommission
Vertreter von Molkereien informierten am Mittwoch darüber, dass die Supermarktketten mit ihnen bereits begonnen hätten, über einen Nachlass bei den Einkaufspreisen fúr Milchprodukten zu verhandeln. Ein Vertreter der tschechischen Molkereien, die zum französischen Milchkonzern Bongrain gehören, sagte, dass sich tschechische Molkereien nun mit einer stärkeren Konkurrenz auf dem Markt auseinandersetzen müssten. Zum Konzern Bongrain gehören Molkereien in Přibyslav, im mährischen Hodonín sowie der Milchproduzent „Povltavské mlékárny“ im mittelböhmischen Sedlčany.