Ballettpremiere: Singende Dichter als Inspiration
Karel Kryl, Jacques Brel, Vladimir Vysockij - drei singende Dichter, die in verschiedenen Kulturen lebten, aber trotzdem viel Gemeinsam hatten. Die kompromisslosen Kämpfer für die Wahrheit und Menschenwürde sind zu Klassikern geworden. Das Schicksal der drei Künstler inspirierte Petr Zuska, den Chef des Ballettensembles des Prager Nationaltheaters, zu einer Ballettinszenierung. Unter dem Titel "Ein Solo für drei" wurde das Ballett am vergangenen Samstag im Nationaltheater uraufgeführt.
Von den drei erwähnten Künstlern kennt das tschechische Publikum zweifelsohne den Liedermacher und Dichter Karel Kryl am besten. Kryl lebte seit 1969 in München und kehrte während der samtenen Revolution schon als eine lebende Legende in seine Heimat zurück. Der Dichter, der 1994 verstorben ist, hat eine ganze Generation von tschechischen Liedermachern beeinflusst. Neben Kryls Liedern und Gedichten erklingen während des Ballettsabends auch Lieder des belgischen Chansoniers Jacques Brel und des russischen Kultsängers Vladimir Vysockij. Die Persönlichkeiten der drei Künstler vermischen sich in der männlichen Hauptfigur des Balletts, sagt Petr Zuska:
"Allen drei Künstlern ist gemeinsam, dass sie wirkliche Originaldichter waren. Alle drei waren kompromisslos und sehr wahrhaft. Darin liegt die Kraft ihrer Aussage. Beinahe identisch war auch die Zeit, in der sie ihre Werke geschrieben haben. Und nicht zuletzt: Alle drei sind relativ früh gestorben."
Zuska, der die Choreografie geschaffen und die Regie geführt hat, räumte ein, dass die Vorbereitungen zur Premiere sich sehr schwierig gestaltet haben:
"Wenn ich für meine Choreografie Musik und Texte von Menschen benutze, die ich sehr mag und die ich schon lange bewundere, dann ist das nicht einfach. Einige der Lieder wirken schon Jahre lang sehr emotional auf mich. Ich musste mich von meiner Besessenheit für diese Leute ein wenig befreien und habe versucht, das Schaffen der drei Künstler auch von außen zu betrachten. In den letzten zwei Monaten vor der Premiere habe ich an nichts anderes gedacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich je eine Arbeit an einer Vorstellung so tief mitgerissen hätte. Paradoxerweise habe ich bei der Einstudierung der Vorstellung auch viel gelitten. Denn bei den Liedern, die mir am besten gefallen, hatte ich immer bestimmte Hemmungen und Zweifel darüber, wie und ob ich sie für die Ballettvorstellung benutzen kann."
In der Ballettvorstellung fehlt auch nicht das weibliche Element. Obwohl alle drei Dichter vor allem über die Einsamkeit und die Traurigkeit der menschlichen Seele und des Todes erzählt haben, haben die Frauen nach Meinung von Petr Zuska im Leben der Künstler eine wichtige Rolle gespielt. Ihre Texte werden aus diesem Grund von drei Schauspielerinnen vorgelesen. Die Vorstellung wird auch im Rahmen des internationalen Musikfestivals Prager Frühling aufgeführt.








