Blasinstrumente von Amati weltweit gefragt

Foto: Archiv Amati

Die tschechische Firma Amati ist ein weltweit bekannter Hersteller von Blasinstrumenten. Auf Instrumente von Amati spielen Mitglieder berühmter Orchester wie beispielsweise der Wiener oder der Bostoner Philharmonie. Vor der Wende von 1989 wurden im Betrieb Amati Kraslice jedoch Musikinstrumente hergestellt, die vorwiegend für Musikschulen bestimmt waren. Mittlerweile hat sich die Firma mit ihren Produkten auf den anspruchsvollsten Märkten der Welt durchgesetzt, darunter in Deutschland, Japan und den USA.

Foto: Archiv Amati
1990 wurde der Staatsbetrieb Amati mit Sitz im westböhmischen Kraslice / Graslitz privatisiert. 1993 wurde die GmbH Amati – Denak gegründet, wobei der Name Denak eine Abkürzung der tschechischen Bezeichnung „Dechové nástroje Kraslice“ (Blasinstrumente Kraslice) ist. Das Unternehmen musste sich in der Konkurrenz der westlichen Hersteller sowie der Billigproduzenten aus China durchsetzen. Die Firma entschied sich zunächst dafür, keine Schlaginstrumente mehr herzustellen. 2007 beschloss die Führung des Unternehmens, sich nicht mehr auf billige Instrumente für Musikschulen sondern auf Instrumente für professionelle Musiker zu konzentrieren.

Bei der Herstellung von Holzblasinstrumenten dauert die Vorbereitungsphase bis zu sieben Jahre. Denn so lang wird das Ahornholz für den Bau von Fagotten getrocknet. Die Zusammenstellung eines Fagotts dauert im Schnitt vier Wochen lang. Die Firma ist in der Lage, sämtliche Teile für die Musikinstrumente selbst herzustellen – von den kleinsten Schrauben bis zu den Etuis und Koffern zum Transport der wertvollen Stücke. Insgesamt handelt es sich um mehrere Zehntausend verschiedene Bestandteile. Länder, die Amati-Produkte importieren, haben oft spezielle Ansprüche an die Instrumente. In Spanien sind beispielsweise versilberte Blasinstrumente gefragt, in Mexiko werden zweierlei Stimmungen verlangt.

Foto: Zdeněk Trnka, Archiv des Tschechischen Rundfunks
95 Prozent der Produktion von Amati werden exportiert, hauptsächlich nach Deutschland, Japan, in den Nahen Osten und in die USA. In den letzten Jahren werden auch vermehrt Instrumente in Tschechien verkauft. Der Jahresumsatz der Firma betrug ihrem Leiter Václav Hnilička zufolge im vergangenen Jahr rund 130 Millionen Kronen (4,8 Millionen Euro). In diesem Jahr könnte die Zahl um 20 Millionen Kronen (740.000 Euro) höher liegen.