Burgen und Schlösser bieten Adventsprogramm

Фото: Ярослав Горжени, ЧРо

Die tschechischen Burgen und Schlösser sind weiterhin ein beliebtes Touristenziel. Nun ist die Hauptsaison zu Ende gegangen, einige der historischen Residenzen können aber das ganz Jahr hindurch besucht werden. Vertreter des staatlichen Denkmalschutzamtes haben deswegen Bilanz gezogen und über die bevorstehenden Veranstaltungen informiert.

Schloss Jindřichův Hradec (Foto: Vojtěch Ruschka)

Naděžda Goryczková (Foto: Martina Schneibergová)
Das staatliche Denkmalschutzamt verwaltet über 100 historische Baudenkmäler. Bis Ende September haben über 4,6 Millionen Menschen die Burgen und Schlösser besucht. Die meisten Besucher wurden für den August gemeldet. Naděžda Goryczková leitet das staatliche Denkmalschutzamt. Sie ist mit den bisherigen Zahlen zufrieden. Eine tiefere Analyse werde erst am Ende des Jahres ausgearbeitet, sagte sie.

„Die Zahlen bestätigen, dass sich der Weg bewährt hat, den das Denkmalschutzamt seit einigen Jahren geht. Wir bemühen uns, zur Attraktivität der einzelnen Sehenswürdigkeiten beizutragen. Mit einem wirksamen Marketing lenken wir die Aufmerksamkeit auch auf weniger bekannte Baudenkmäler. In den vergangenen drei, vier Jahren wurde immer die Zahl von mehr als fünf Millionen Besuchern erreicht.“

Schloss Janovice (Foto: Danuše Kotrlová, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)
Die Erlöse aus dem Eintritt und von verschiedenen Sonderveranstaltungen sind im Vergleich mit zum Vorjahr um knapp acht Prozent gestiegen. Bis Ende September betrugen sie 543 Millionen Kronen (20,8 Millionen Euro). Aus dem Geld werden Restaurierungsarbeiten an den Baudenkmälern finanziert sowie die Beseitigung jener Schäden, die durch die Dürre in den Schlossparks und Gärten entstanden sind. Direktorin Goryczková wies auf einige Neuheiten aus diesem Jahr hin:

„Das Denkmalschutzamt hat im Juni ein bedeutendes Schloss in seine Trägerschaft übernommen. Es handelt sich um Janovice bei Rýmařov, das früher der Adelsfamilie Harrach als Residenz diente. Auch wenn das Schloss nicht im besten Zustand ist, kamen seit Juni mehr als 1000 Menschen zu Besuch. In den Schlössern Jindřichův Hradec, Konopiště und Stekník wurden neue Rundgänge angeboten. Und diese trafen auf großes Interesse. Wir bemühen uns auch weiterhin, die Interieurs aller Residenzen möglichst authentisch zu gestalten und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

Wie jedes Jahr hatte das Denkmalschutzamt auch diesmal ein Hauptthema für die Burgen und Schlösser gewählt. Im Rahmen des Zyklus „Auf den Spuren der Adelsfamilien“ standen die Geschlechter der Clam-Gallas und Gallas im Mittelpunkt. Die meisten Veranstaltungen zu dem Thema gab es auf der Burg Grabštejn und in den Schlössern Lemberk / Lämberg und Frýdlant / Friedland.

„Den Höhepunkt erreicht das Clam-Gallas-Jahr aber erst im Dezember mit einer Ausstellung, die in der Regionalgalerie in Liberec gezeigt wird. Sie dokumentiert die Geschichte der Familien Gallas und Clam-Gallas in Böhmen. Eröffnet wird sie am 12. Dezember, und sie läuft bis März kommenden Jahres.“

Viele der Residenzen werden nach einer kurzen Pause Ende November wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Sonderführungen, Konzerte und weitere Veranstaltungen gehörten mittlerweile zur Advents- und Weihnachtszeit, bemerkte Naděžda Goryczková. Sie machte auf einige der Veranstaltungen aufmerksam.

„Auf Schloss Sychrov werden schon am 30. November und am 1. Dezember Adventsmärkte stattfinden. Eine Woche später gibt es die sehr beliebten Weihnachtsmärkte in Jindřichův Hradec. Dort wird bei dieser Gelegenheit auch die 500 Jahre alte ‚Schwarze Küche‘ zugänglich sein. Auf Burg Křivoklát findet wie jedes Jahr Mitte Dezember der sogenannte ‚Königliche Advent‘ statt. Auf Schloss Kunštát wird bereits zum zwölften Mal ein Zyklus von Adventskonzerten veranstaltet. Und selbst an Heiligabend sind einige der Sehenswürdigkeiten zugänglich. Dazu gehören unter anderem die mährische Burg Bouzov und die Kirche in Most.“

Mehrere Schlösser sind übrigens auch am 25., 26. und 31. Dezember geöffnet.