Coronavirus lähmt Betrieb und Verkehr

Foto: Lenka Žižková

Am Donnerstag hat die tschechische Regierung für 30 Tage den Notstand im Land ausgerufen. Die getroffenen Maßnahmen wirken sich auf verschiedene Lebensbereiche aus.

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Viele Firmen bereiteten sich in den letzten Tagen auf das eventuelle Fehlen von mehreren Mitarbeitern vor. Diese können zu Hause bleiben, wenn sie sich um ein Kind unter zehn Jahre kümmern. Denn seit Mittwoch sind alle Schulen hierzulande geschlossen. Einige Arbeitnehmer gehen daher zum Homeoffice über. In der Produktion ist dies jedoch undenkbar. Petr Novák leitet die Firma Koyo im mährischen Olomouc / Olmütz, wo Kugellager hergestellt werden:

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„Als ein Zulieferer in der Automobilindustrie können wir die Produktion nicht einstellen und unsere Lieferungen an die Hersteller stoppen. Es droht sonst eine hohe Geldbuße. Es ist eine unangenehme Situation. Jede mittelgroße und kleine Firma muss sich damit auseinandersetzen und sich auf die komplizierte Zeit vorbereiten.“

Der Betrieb in dem mährischen Unternehmen wird vorläufig nicht eingeschränkt. Die Werksleitung rechnet jedoch damit, dass wegen der Schließung der Schulen mehrere Mitarbeiter zu Hause bleiben werden:

„In unserem Werk arbeiten etwa 500 Menschen, 80 davon haben Kinder unter zehn Jahre. Sie haben einen Anspruch darauf, sich um ihre Kinder zu kümmern. Wir treffen oft zusammen und beraten darüber, wie wir die Situation in der Produktion lösen können, wenn eine höhere Zahl der Mitarbeiter fehlen würde.“

Die Coronavirus-Pandemie hat das Kulturleben hierzulande praktisch lahmgelegt. Die Theater, Kinos, Galerien und Museen sind geschlossen, Konzerte mussten abgesagt werden. Die Brünner Philharmoniker wollten auf ihr lange geplantes Konzert nicht vollständig verzichten, bei dem unter anderem Mussorgskis Bilder einer Ausstellung erklingen sollten. Sie fanden eine Ersatzlösung, indem sie das Konzert am Donnerstagabend via Facebook übertragen haben. Die Sprecherin der Philharmoniker, Kateřina Konečná, sagte, es habe sich um eine Weltpremiere mit einer einzigartigen Visualisierung gehandelt.

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„Die Nachricht darüber, dass keine Veranstaltungen stattfinden können, erreichte uns, als wir schon mit den Vorbereitungen sehr vorangeschritten waren. Das Orchester hatte viele Proben absolviert. Es wurde schon viel Arbeit in das Projekt gesteckt, das zudem viel Geld kostete.“

Wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus kommt es ab Montag zu einigen Änderungen im Prager Stadtverkehr. Die Busse werden in längeren Intervallen fahren. Beschränkungen gelten zudem bei Buslinien, die zum Flughafen fahren. Zudem werden die Fahrkarten nicht mehr bei den Busfahrern verkauft, teilte Martin Šubrt mit. Er ist stellvertretender Direktor der Firma Ropid, die den Stadtverkehr in der Hauptstadt organisiert:

„Die Metro und die Straßenbahnen werden wie bisher fahren. Geändert wurden die Fahrpläne der Busse. Die Hauptbuslinien, die im Berufsverkehr am Morgen im Sechs-Minuten-Takt fuhren, werden in Abständen von siebeneinhalb Minuten fahren.“