„Das Wir-Gefühl soll gestärkt werden.“ Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier 2012

Foto: Archiv der Stadt Nabburg

Wie oft sagt man nach einer Partie eines bekannten Gesellschaftsspiels: „Mensch, ärgere dich nicht!“ Kinder tschechischer sowie deutscher Schulen brauchen sich auf dem diesjährigen Brettspielturnier sicher nicht ärgern. Auch dieses Jahr sind wieder viele Schulen der Oberpfalz sowie deren Partnerschulen in der Tschechischen Republik, der Einladung der Stadt Nabburg gefolgt. Einen ganzen Tag lang steht der 29.März dann unter dem Motto: „Mensch, ärgere dich nicht.“ Radio Prag hat sich bei dem Veranstalter Rainer Christoph über das Turnier informiert.

Foto: Archiv der Stadt Nabburg

Herr Christoph, was genau ist das „Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier“ 2012?

„Nach dem großen Erfolg von 2010 möchten wir daran anknüpfen dieses gemeinsame Spiel, das in beiden Ländern bekannt ist, wieder ins Bewusstsein zu rücken. 208 Kinder spielen dieses Jahr mit einer Steigerung zu 2010 und wir freuen uns ganz einfach, weil wir nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen und das ist die wichtigste Aussage.“

Sie hatten es ja gerade schon mal gesagt aber noch einmal, an wen richtet sich dieses Turnier?

„Das Turnier richtet sich an Kinder von Partnerschulen zwischen der Oberpfalz und Westböhmen. Die Reichweite erstreckt sich sogar bis nach Mittelböhmen.“

Wie groß ist die diesjährige Resonanz?

„Ich war überwältigt von der diesjährigen Resonanz. Wir haben jetzt 208 Kinder, die an dem Turnier teilnehmen. Es haben dann noch mehr angefragt, denen musste ich leider absagen und sie auf das nächste Jahr vertrösten.“

Erklären Sie doch bitte einmal kurz, wie genau das Tagesprogramm abläuft.

„Die Kinder, die aus allen Himmelsrichtungen in der Stadt Nabburg, die sehr günstig an der Autobahn liegt, eintreffen, werden zunächst empfangen. Dann werden die Tische und die Plätze ausgelost. An 52 Tischen sitzen dann jeweils 104 deutsche und 104 tschechische Kinder. Während des Spiels sammeln die Teilnehmer Punkte. An jedem Tisch sitzt ein Schiedsrichter, der die gängigen Regeln vor sich liegen hat. Wir haben diese Regeln ein wenig modifiziert, was das Spiel etwas auflockert. Es gibt jeweils zwei Runden, a 25 Minuten. Am Ende dieser Runden werden die Männchen zusammengezählt und das sind dann praktisch die Punkte, die ein Team gesammelt hat. Die Jury addiert am Schluss alle Punkte und wer die meisten Punkte hat, wird „Mensch-ärgere-dich-nicht-König“ und das ist dann immer die jeweilige Partnerschule.“

Nabburg

Und aus wem setzt sich die Jury zusammen?

„Die Jury setzt sich aus deutschen und tschechischen Lehrern zusammen. Diese addieren die Punkte der Tische zusammen. Wir haben dieses Jahr sehr schöne Urkunden gestaltet, die dann mit den Preisen überreicht werden. Es gibt Geld- sowie Sachpreise zu gewinnen. Dazu muss erwähnt werden, dass die Schmidtspiele in Berlin für alle Kinder größere und kleinere Sachpreise gespendet haben, was uns natürlich sehr freut. Und noch eine ganz wichtige Geschichte, es könnte ja sein, dass es einen Gleichstand gibt. Dazu spielt ebenfalls oben auf der Bühne eine Promirunde um Punkte. Falls ein Gleichstand herrschen sollte, ziehen die Kinder ein Los und addieren die Punkte der Promirunde ihrer Punktzahl zu.“

Promirunde 2010 (Foto: Archiv der Stadt Nabburg)

Aus wem setzt sich diese Promirunde zusammen?

„Das sind die zwei Schirmherren des Turniers. Zum einen ist das die Frau Ursula Schroll, die Oberpfälzer Vorsitzende des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes. Von der tschechischen Seite ist das der Leiter der westböhmischen Schulabteilung in Pilsen, Herr Jiří Struček. Des Weiteren gibt es ein Team, das sich aus der Bürgermeisterin von Kladruby und dem Bürgermeister aus Altenstadt zusammensetzen sowie ein Team das aus dem Bürgermeister aus Nabburg, dem Herr Schärtl und dem zweiten Bürgermeister Herr Ludwig Thomayer besteht. Das ist dann eine große Sechserrunde und die sammeln ebenfalls Punkte, die Jokerpunkte, welche die Kinder wählen können.“

Was möchten Sie mit diesem Turnier erreichen?

„Wir möchten die langjährigen deutsch-tschechischen Kontakte der Partnerschulen wieder intensivieren. Es liegt uns viel daran, dass die Kollegen und die Kinder sich auch mal in einem größeren Kreis treffen. Unserer Erfahrung nach, werden die Spiele auch in kleineren Kreisen fortgeführt. Wir wollen herausfinden was es für weitere Spiele gibt, die in beiden Ländern gespielt werden. Außerdem liegt uns viel daran, dass dieses „Wir-Gefühl“ wieder gestärkt wird und ich denke das wird ganz gut gelingen.

Vielen Dank für das Interview Herr Christoph.