Drei Konzerte in Prag: Deutsche Städte musikalisch untermalt

Park mit Thomaskirche in Leipzig

Was haben Bonn, Lübeck, Weimar und Leipzig gemeinsam? Große deutsche Komponisten und Musiker schufen in diesen Städten zeitlose Werke, die bis heute ein wichtiger Teil der klassischen Musik sind. Einer von ihnen war Johann Sebastian Bach. Anlässlich seines 275. Todestages sind in Prag dieses Jahr drei Konzerte geplant. Sie legen ihren Fokus aber nicht nur auf Bach.

Johann Sebastian Bach,  Porträt von Elias Gottlob Hausmann | Foto: Bach Archive Leipzig,  public domain

Deutschland ist das Land der klassischen Musik. Johann Sebastian Bach kam aus Sachsen und starb 1750 in Leipzig. Auch Felix Mendelssohn-Bartholdy stammte aus Deutschland und war um 1840 königlicher Kapellmeister in Leipzig. Dies sind nur zwei Beispiele für einflussreiche Komponisten, die ihre Epoche maßgeblich geprägt haben. Die deutsche Zentrale für Tourismus in Tschechien plant drei Konzertabende, die sich thematisch um die deutschen Wirkungsorte bekannter Komponisten drehen sollen. Jan Pohaněl ist Leiter der Vertriebsagentur in der Einrichtung und erläutert die Idee.

Felix Mendelssohn-Bartholdy,  Porträt von Wilhelm Hensel | Foto: Profimedia

„Wir beginnen den Abend mit einer zwanzigminütigen Präsentation über die touristischen Highlights der Städte. Das sind vor allem die Wirkungsstädte der Komponisten. Wir haben eine anschauliche Präsentation vorbereitet und hoffen, dass wir das Publikum für potenzielle Reisen nach Deutschland inspirieren können.“

Bonn | Foto: Francesco Carovillano,  GNTB

Das erste Konzert findet am 17. September statt und beschäftigt sich mit den Städten Weimar und Leipzig. Die anderen beiden Konzerte drehen sich um Bonn, Hamburg und Lübeck. Musikalisch wird der erste Abend von einem Trio zu Musik von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy begleitet. Diese Konzerte sollen aber nicht nur Werbung für Deutschland machen, so Pohaněl…

Foto: Německo,  země hudby 2025

„Zum einen geht es um Wissenstransfer. Wir wollen den Gästen Wissen über die deutschen Städte und die Kultur vermitteln. Zum anderen soll natürlich ein kulturelles Erlebnis geboten werden.“

Die Tickets sind kostenlos und müssen nur reserviert werden. Jan Pohaněl erklärt, wie die Finanzierung gewährleistet wird:

„Die Aktivitäten der deutschen Zentrale für Tourismus werden aus dem Bundeshaushalt finanziert. Dabei soll jede umgesetzte Maßnahme einen Multiplikatoreffekt für die deutsche Reiseindustrie bringen. Das bedeutet, dass jedem Quellmarkt ein bestimmtes Marketingbudget zugeteilt wird. In diesem Fall ist der Quellmarkt Tschechien. Das Budget soll unter Berücksichtigung der vorher definierten Ziele in sinnstiftende Maßnahmen finanziert werden.“

Bei den drei geplanten Konzerten können um die 200 Menschen dabei sein. Das erste Konzert findet im Martinů-Saal der Akademie der musischen Künste in Prag statt. Jan Pohaněl ist optimistisch gestimmt, was das Interesse an den Karten anbelangt:

Foto: Německo,  země hudby 2025

„Im Moment sind wir sozusagen in der ‚heißen Phase‘. Das erste Konzert findet am 17. September statt, und für dieses haben wir bereits die Hälfte der Plätze vergeben können. Wir hoffen natürlich, dass noch mehr Gäste kommen.“

Lukáš Klánský ist Pianist und Teil des Trios des ersten Konzertes. Er unterrichtet an der Akademie der musischen Künste in Prag und begann schon mit fünf Jahren, Klavier zu spielen. Mit zwölf Jahren sei ihm klar geworden, dass er hauptberuflich Pianist werden möchte, sagt Klánský. Er kenne die Stücke von Bach und Mendelssohn sehr gut und deswegen sei keine konkrete Vorbereitung für das anstehende Konzert nötig, so der Musiker:

 Pianist Lukáš Klánský | Foto: Vojtěch Havlík,  Tschechischer Rundfunk

„Bach und Mendelssohn sind meine Lieblingskomponisten. Ich spiele und lehre ihre Werke ziemlich oft. Das ist wirklich mein liebstes Repertoire. In diesem Kontext ist es etwas Besonderes, beide Künstler spielen zu dürfen. Generell wird viel Bach und Mendelssohn gespielt, aber selten zusammen.“

Eine weitere Sache gefalle ihm aber auch noch, so Klánský:

Bach-Denkmal Mühlhausen | Foto: Florian Trykowski,  Thüringen Tourismus Marketing

„Dieses Konzert bietet den Zuhörern die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen zwei Komponisten zu spüren, die zwar aus verschiedenen Epochen kamen, aber in derselben Region wirkten – nämlich Leipzig. Außerdem war Felix Mendelssohn-Bartholdy zu seiner Zeit sehr darauf bedacht, Bachs Werke an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich bin also der Meinung, dass hier eine Art von spiritueller Verbindung herrscht.“

Foto: Německo,  země hudby 2025

Ihm falle jedes Mal etwas Neues an den Kompositionen auf, bemerkt Lukáš Klánský:

„Ich habe das Gefühl, je öfter und länger ich die Stücke eines Komponisten spiele, desto mehr fühlt es sich wie ein Briefaustausch an. Und je länger ich mit dieser Person ‚schreibe‘, desto besser lerne ich sie kennen. Mir fallen dann immer mehr Details und versteckte Botschaften in den Kompositionen auf.“

Speicherstadt in Hamburg | Foto: Francesco Carovillano,  GNTB

Wer einen Einblick in die Welt von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy bekommen möchte, kann noch Karten für das Konzert am 17. September reservieren. Am 22. Oktober wird der Fokus dann auf Bonn und Umgebung liegen, mit Musik von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann. Und das letzte Konzert findet am 2. Dezember statt und dreht sich thematisch um Hamburg und Lübeck. Unterstützt wird das Ganze dann mit Musik von Johannes Brahms.

Autor: Emely Sander
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