Durch die Schleuse und auf Öl: Auf dem Wasser

„Wasserleute“ – vodáci

Die Sommerferien sind vorbei. Viele Menschen aus Tschechien haben ein paar Tage „auf dem Wasser verbracht“. Was dies bedeutet?

Zelt aufschlagen - postavit stan | Foto: Mária Pfeiferová,  Tschechischer Rundfunk

Ich fahre aufs Wasser – jedu na vodu: Dies bedeutet, einen Fluss – řeka in einem Boot – člun, Raft – raft oder Kanu – kánoe zu befahren – sjet. Dabei muss man paddeln – pádlovat, beziehungsweise man lässt sich mit der Strömung treiben – unášet proudem. Die Fahrt dauert meistens mehrere Tage, wobei man am Abend anlegt – přistát und ein Zelt aufschlägt – postavit stan.

Rudermann - kormidelník,  zadák  (links) und Häckchen - háček  (rechts) | Foto: Iris Beiler,  Pixabay,  CC0

Jemand, der auf diese Weise auf dem Wasser unterwegs sind, ist sozusagen ein „Wassermensch“ – vodák. Diese „Wasserleute“ – vodáci haben sogar ihre eigene Sprache geschaffen. Die Besatzung eines Kanus bilden meistens zwei Mitglieder, hinten – vzadu sitzt ein – zadák beziehungsweise ein Rudermann – kormidelník, der durch die Bewegung des Paddels – pádlo das Wasserfahrzeug steuert. Die Person, die vorne sitzt, wird als Häkchen – háček bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, auf Hindernisse im Wasser aufmerksam zu machen. Wenn noch eine dritte Person im Kanu sitzt und sich nur mitnehmen lässt, nennt sie sich Porzellan – porcelán.

Wehr - jez | Foto: Barbora Němcová,  Radio Prague International

Großen Spaß machen Flussabschnitte mit Stromschnellen – peřeje, weniger beliebt hingegen ist stehendes Wasser – stojatá voda, genannt „Öl“ – olej beziehungsweise – volej. Ein Höhepunkt jeder Flussfahrt ist das Herabfahren eines Wehrs – jez. Dazu dient eine Schleuse – propusť, im Slang bekannt als šlajsna. Da ein Kanu relativ labil ist, kippt es ziemlich oft um – převrátit se, und die Besatzung fällt ins Wasser. Man nennt es „sich machen“ – udělat se beziehungsweise „sich knipsen“ – cvaknout se. Auf Wiederhören! Na slyšenou!