Eine Beziehung mit zwei Gesichtern

28. Oktober 1918 in Prag (Foto: Archiv des Nationalmuseums in Prag)
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Als 1918 der tschechoslowakische Staat entstand, musste er auch zu anderen Ländern Kontakte aufbauen. Dazu gehörte genauso Deutschland, gegen das tschechische und slowakische Legionäre zuvor noch gekämpft hatten. Wie verlief die Aufnahme der Beziehungen zwischen Prag und Berlin? Und wie gestalteten sich die Kontakte bis zu Hitlers Machtergreifung?

28. Oktober 1918 in Prag  | Foto: Archiv des Nationalmuseums in Prag
Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen beginnt reichlich kurios. Am 28. Oktober 1918 wird der eigenständige tschechoslowakische Staat ausgerufen. Generalkonsul Fritz Freiherr von Gebsattel vertritt zu dieser Zeit die Interessen Deutschlands in Prag. Gleich am nächsten Tag wird der Diplomat vom tschechoslowakischen Nationalausschuss empfangen – und zwar, wie er bemerkt, „aufs Zuvorkommendste“.

Wenige Tage später gibt Gebsattel im Nationalausschuss eine Erklärung ab. In seinem Bericht an das Auswärtige Amt in Berlin schreibt er dazu:

„Meine Regierung ist bereit, eine diplomatische Vertretung des tschechoslowakischen Staates in Berlin zuzulassen. Dieser Mitteilung habe ich – auf meine eigenste Verantwortung – hinzugefügt, dass hiermit der tschechoslowakische Staat von meiner Regierung anerkannt sei. Ich bin mir vollauf bewusst, dass ich hiermit höchst eigenmächtig gehandelt habe, wenn ich auch, wie ich mit Sicherheit annehme, lediglich dem Gang der Ereignisse vorgegriffen habe. Ich darf aber nochmals betonen, dass das Wohl und Wehe meiner Landsleute und die im Falle ihrer Ausweisung oder sonstigen Misshandlung für lange Zeit bevorstehende Unmöglichkeit der Anbahnung wirklich freundschaftlicher Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausschlagend waren für meinen Entschluss.“

Jan Němeček  (Foto: Archiv der tschechischen Akademie der Wissenschaften)
Es ist eine De-facto-Anerkennung. Der Historiker Jan Němeček von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften hält diesen Schritt des deutschen Generalkonsuls für außergewöhnlich:

„Fritz von Gebsattel war zu k. u. k. Zeiten der Botschaft in Wien unterstellt gewesen. Er übte sein Amt aber einfach weiter aus. Und von Anfang an hatte er Berlin darauf aufmerksam gemacht, dass sich in Prag ein möglicher Umsturz anbahnt und ein selbständiger Staat entsteht. Als es dann zur Machtübernahme durch den Tschechoslowakischen Nationalausschuss kam, musste er improvisieren. Dies aber gelang ihm ausgesprochen gut. Es war ein sehr positiver Start für die künftigen tschechoslowakisch-deutschen Beziehungen zu Beginn der 1920er Jahre.“

Verfrühte Anerkennung

Dass dies zunächst einmal gut angekommen ist, betont ebenfalls der Osteuropa-Historiker Manfred Alexander. Der emeritierte Professor von der Universität in Köln hat die deutschen Gesandtschaftsberichte aus Prag der Jahre 1918 bis 1926 gesammelt und herausgegeben:

Manfred Alexander  (Foto: Wikimedia Commons,  Public Domain)
„Die tschechoslowakischen Politiker fanden dies natürlich sehr attraktiv, dass ein Vertreter des Nachbarstaates, mit dem man von offizieller Seite her ja noch im Krieg war, die Entwicklung in Prag anerkennen würde. Die Anerkennung selbst war jedoch ein Akt, der erst später durch diplomatische Kanäle erfolgte – und vor allem durch den Abschluss des Friedensvertrags von Versailles.“

Allerdings bringt Generalkonsul Gebsattel die neue Regierung in Prag auch in Verlegenheit. Das Kabinett hat praktisch mit der Ausrufung der Republik offiziell seine Arbeit aufgenommen. Zum ersten Premier wird Karel Kramář ernannt, und Edvard Beneš übernimmt den Posten des Außenministers.

„Im weiteren Verlauf war die tschechoslowakische Regierung über diesen Schritt nicht sehr froh. Vor allem Außenminister Beneš passte das überhaupt nicht in den Kram. Er gab daher öffentlich kund, dass er für die Exilregierung bereits eine Anerkennung von den Alliierten bekommen hatte. Man kann davon ausgehen, dass sich die Situation für die deutschen Diplomaten in Prag durch die Ankunft der tschechoslowakischen Exilpolitiker verschlechterte. Das kulminierte darin, dass der Grenzübertritt eines Kuriers für die deutsche Gesandtschaft dazu genutzt wurde, die Anschuldigung von Spionage zu erheben. In der Folge wurde Gebsattel ausgewiesen und ein Mitarbeiter in Haft genommen. Das heißt aber nicht, dass die Arbeit des Konsulats eingestellt wurde. Sie lief weiter mit dem Vizekonsul und den Kontakten zu tschechischen Stellen“, so Manfred Alexander.

Schifffahrt auf der Elbe  (Foto: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen,  Wikimedia Commons,  CC0 1.0)
In Europa herrscht nach dem Ersten Weltkrieg ein ziemliches Chaos. Die alten Monarchien wie etwa Österreich-Ungarn oder das Zarenreich sind Geschichte. Neue Staaten werden ausgerufen, die Grenzen auf dem Kontinent werden nun anders gezogen. Zugleich liegt vielerorts die Wirtschaft darnieder und man kämpft damit, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Nach vier Jahren des Mordens fehlen auch die Arbeitskräfte.

Deshalb stampft Prag die Beziehungen zu Berlin nach der Ära Gebsattel auch nicht völlig ein. Sie werden aber erst einmal auf die wirtschaftliche Ebene heruntergestuft – konkret geht es um die Schifffahrt auf der Elbe. Beide Seiten entsenden jeweils einen Beauftragten in dieser Frage. Jan Němeček:

Eduard Körner  (Foto: Wikimedia Commons,  Public Domain)
„Man brauchte halboffizielle Institutionen, die sicherstellen konnten, dass Pässe herausgegeben wurden und die Handelskontakte nicht abbrachen. Im Mai 1919, also noch vor der Unterschrift unter den Versailler Friedensvertrag, wurde in Prag daher das Amt eines Bevollmächtigten geschaffen. Hierzulande war dann Professor Saenger als Chargé d´affaires tätig. Und in Berlin übernahm der Prager Anwalt Eduard Körner diese Funktion, die in der diplomatischen Hierarchie relativ niedrig liegt. Aber es war eine Übergangsphase.“

Samuel Saenger ist Journalist und bis zum Eintritt in den Auswärtigen Dienst als Redakteur bei unterschiedlichen Berliner Zeitungen tätig.

Er wurde ausgesucht, weil er über persönliche Beziehungen zu Staatspräsident Masaryk verfügte und außerdem wegen seines jüdischen Glaubens. Da hoffte man, dass er leichter Kontakte in Prag finden würde, wie Historiker Alexander sagt.

Problem der Deutschböhmen

Ein Thema für sich ist das Verhältnis Berlins zu den deutschsprachigen Bewohnern der Tschechoslowakei. Diese fühlen sich 1918 vom Hegemonialvolk zu einer Minderheit degradiert. Deswegen erklären die Sudetengebiete zunächst ihre Unabhängigkeit. Dazu Manfred Alexander:

Deutschböhmen  (Quelle: Wikimedia Commons,  Public Domain)
„Es gab vonseiten des Deutschen Reiches keinerlei Bestrebungen, die deutschböhmischen Aktionen einer separaten Regierung zu unterstützen. Man sah das Problem, dass die Deutschböhmen als Teil Österreichs auftraten und auch der Mentalität nach Österreicher waren.“

Der tschechoslowakische Staat bietet dann sogar die Armee auf, um die abtrünnigen Sudetengebiete wieder einzugliedern. Der Gesandte Samuel Saenger schildert am 1. August 1919 in einem Schreiben an Außenminister Müller seine Meinung zu dem Thema. Im Prinzip empfiehlt er dabei den Deutschböhmen eine sogenannte aktivistische Politik. Zum eigenen Wohl sollten sie sich den tschechoslowakischen Institutionen unterordnen und aktiv das Geschehen mitgestalten:

Die deutsche Friedensdelegation vor der Abreise nach Versailles,  1919  (Foto: Bundesarchiv,  Bild 146-1971-037-34 / Scherl,  August / CC-BY-SA 3.0)
„Wir haben den Friedensvertrag von Versailles nun mal unterschrieben und dadurch die deutschböhmische Frage als eine solche der tschechoslowakischen Innenpolitik feierlich anerkannt. Darum ist es Aufgabe der Deutschböhmen, die ihnen zu Gebote stehenden gesetzlichen und ideellen Mittel anzuwenden und auszunutzen – nicht, um den Staat, dem sie eingegliedert wurden, zu sabotieren, sondern um ihre nationalen Rechte und Ansprüche zu wahren. Eine heftige deutschböhmische Irredenta wäre geeignet, uns in den Anfängen eines neuen politischen Lebens die größten Schwierigkeiten zu machen.“

Der Versailler Friedensvertrag wird von den Siegermächten entworfen und erst dann Deutschland vorgelegt. Am 28. Juni 1919 wird das Dokument unterzeichnet. Darin wird Deutschland und seinen ehemaligen Verbündeten die alleinige Kriegsschuld gegeben. Entsprechend hoch sind die Reparationsforderungen der Alliierten. Vor allem Frankreich drängt auf möglichst harte Bedingungen. Der Konflikt um die Zahlungen eskaliert letztlich in der Besetzung des Ruhrgebiets Anfang 1923. Leider sind die Berichte der tschechoslowakischen Gesandten aus dieser Zeit noch nicht in einer Sammlung erschienen, bisher haben sich die Arbeiten auf den Zweiten Weltkrieg konzentriert. Doch Jan Němeček fasst die diplomatische Ausrichtung zusammen:

Tschechoslowakei hat einen Teil des Hamburger Hafens erhalten  (Foto: Tschechisches Fernsehen)
„Die Tschechoslowakei hätte eigentlich in der Frage der Reparationen seinen französischen Verbündeten folgen sollen. Paris drängte darauf, dass Deutschland den Auflagen nachkam. Prag hingegen hat seine Position als Siegermacht nicht dazu gebraucht oder sie gar missbraucht, um sich zum Beispiel der Ruhrbesetzung durch französische und belgische Truppen anzuschließen oder auch bei früheren Sanktionen mitzumachen. Vielmehr wurde versucht, eine vernünftige Lösung zu finden.“

Selbst hat die Tschechoslowakei durch den Versailler Vertrag einen Teil des Hamburger Hafens erhalten – das Pachtverhältnis des sogenannten Moldauhafens besteht im Übrigen bis heute. Auch diese Abtretung verstärkt damals die wirtschaftliche Bindung des neuen Staates zum großen Nachbarn. Die Handelsbeziehungen will man indes nicht gefährden.

Vlastimil Tusar  (Foto: Archiv des tschechischen Akademie der Wissenschaften)
„Für die Tschechoslowakei war Deutschland der wichtigste Handelspartner. Deswegen wollte man friedliche und normale Beziehungen zu Berlin aufbauen. Dazu wurde schon kurz nach der Aufnahme offizieller Kontakte ein Handelsvertrag geschlossen. Das geschah im Juni 1920. Im Vorfeld hatte es durchaus gewisse Diskussionen gegeben, denn immerhin handelte es sich um ein Abkommen zwischen einer Großmacht und einem kleinen Staat. Dessen waren sich die Repräsentanten Prags immer bewusst. Und deswegen haben sie nie ihre Stellung als Siegermacht ausgenutzt, um Druck auf Deutschland aufzubauen“, erläutert Němeček.

Allerdings: Von einer innigen Beziehung sind beide Seiten meilenweit entfernt. Dabei entsendet Prag einen erfahrenen Politiker nach Berlin. Der Sozialdemokrat Vlastimil Tusar übernimmt im März 1921 den Posten des Gesandten, zuvor ist er Premier der zweiten Regierung gewesen. Wie ambivalent aber die Stimmung in der Tschechoslowakei ist, zeigt ein weiterer Diplomatenbericht. Er stammt vom neuen deutschen Gesandten in Prag, Walter Koch. Dieser beschreibt am 26. Mai 1922 die Einstellung der Regierung von Ministerpräsident Beneš sowie der Parteien und der Presse:

Walter Koch  (Foto: Wikimedia Commons,  Public Domain)
„In den Darlegungen über die politische Lage, die Herr Beneš von Zeit zu Zeit im Parlament zu verlesen pflegt, (…) wird das Verhältnis der Tschechoslowakei zu Deutschland, welches doch angesichts der Nachbarschaft und der überragenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern an erster Stelle erwähnt werden müßte, stets geflissentlich als Nebensache behandelt und im überaus kühlen Tone besprochen. Meist wird das Wort ‚korrekt‘ zur Kennzeichnung der gegenseitigen Beziehungen verwendet, wohl das wenigste, was sich sagen läßt. Die Stellungnahme der Regierungspresse, von dem Amtsblatt der ‚Československá Republika‘ bis zum offiziösen ‚Čas‘ ist durchaus antideutsch. Die Haltung der großen politischen tschechischen Parteien, aus denen die Regierungskoalition gebildet ist, kann in keiner Weise deutschfreundlich genannt werden. Im Gegenteil enthält die Regierungskoalition gerade die deutschfeindlichsten Parteien, während diejenigen Parteien, die fallweise das deutsche Interesse unterstützen, in der Opposition oder jedenfalls außerhalb der Koalition sind.“

Diplomat mit gespaltener Zunge

Edvard Beneš  (Foto: Bain News Service,  Library of Congress,  Wikimedia Commons,  Public Domain)
Mit Edvard Beneš, der 1935 zweiter Staatspräsident der Tschechoslowakei wird, hat die deutsche Seite durchgehend zu tun. Außer seinem einjährigen Intermezzo als Premier bekleidet er nämlich sonst den Posten des Außenministers in Prag. Manfred Alexander:

„Beneš war ein Diplomat mit einer geschickten, manchmal auch gespaltenen Zunge. Man kann feststellen, dass er verbal immer versucht hat, Großbritannien und Frankreich zu unterstützen. Das geschah vor allem, als beide Staaten auseinanderdrifteten. Beneš war eng an Frankreich gebunden, er hatte dort studiert und sprach sehr gut Französisch. Sein Einfluss ging weit über den des tschechoslowakischen Staates hinaus. Er war insofern Politiker, als er die Kluft zwischen verbaler Äußerung und tatsächlicher Zusammenarbeit immer wieder schließen konnte. Seine Reden im Parlament waren Deutschland gegenüber eher von Misstrauen geprägt. Das hat die Tschechoslowakei aber nicht daran gehindert, zu dem Nachbarstaat weiterhin gute wirtschaftliche und zum Teil auch kulturelle Beziehungen zu unterhalten.“

Auch der tschechische Historiker Němeček beurteilt die Kontakte zwischen der Weimarer Republik und der ČSR vor dem Hintergrund des damals Möglichen.

„Es war ein Bemühen um korrekte nachbarschaftliche Beziehungen. Dabei wusste man um die Schwächen des jeweils anderen, hat dies aber nicht ausgenutzt. Dazu gehörte etwa die Frage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei. Manchmal blitzte das Thema in den diplomatischen Verhandlungen auf. Sobald Berlin in Prag bei dieser Sache aber auf Widerstand traf, wurde wieder davon abgelassen. Erst 1933 kam der radikale Wandel. Ab da wurde die Frage der deutschen Minderheit zum politischen Mittel, das Berlin gegen den tschechoslowakischen Staat einsetzte. Das war der große Unterschied zwischen der Weimarer Republik und Hitler-Deutschland“, so Jan Němeček.

Die sogenannte „Kleine Entente“ in der damaligen Presse
Manfred Alexander lenkt den Blick allerdings noch auf größere Zusammenhänge. Seiner Meinung nach haben sich nach dem Ersten Weltkrieg die neuen Staaten in der Mitte Europas miteinander schwer getan. Das gilt auch für die Tschechoslowakei, obwohl sie mit Jugoslawien und Rumänien durch die sogenannte „Kleine Entente“ verbunden ist. Die Beziehungen zu den direkten Nachbarn bezeichnet der Historiker aber mit einem Wort:

„Traurig. Wenn man von außen und heute guckt, dann kann man feststellen, dass die Tschechoslowakei mit keinem der Nachbarstaaten ein vernünftiges, gutes Verhältnis hatte. Zu Deutschland wird gesagt, die Beziehungen seien ‚korrekt‘ gewesen. Was sind ‚nicht korrekte Beziehungen‘ – doch nicht etwa Krieg? Schaut man sich weiter um: Zu Österreich war das Verhältnis von Rivalität und einem gewissen Minderwertigkeitskomplex geprägt. Prag war eben eine Landeshauptstadt und Wien die Reichshauptstadt gewesen. Zu Ungarn war das Verhältnis schlecht, bis an den Rand eines Krieges. Zu Polen war es ebenfalls schlecht. Da kam es im Januar 1919 sogar zu einem Grenzkrieg um Teschen. Und über die ganze Zwischenkriegszeit gab es Probleme und Reibereien, weil man zwischen Prag und Warschau eine Rivalität feststellen muss. Es ging darum, wer das Lieblingskind Frankreichs in Ostmitteleuropa war. Und da hatte Prag die schlechteren Karten.“

Goldener Steig  (Quelle: Andreas Hirsch,  Public Domain)
Ein Problem ist aber auch, dass man sowohl in Warschau als auch in Budapest von alter Größe träumt – und deswegen aggressiv vorgeht. Ganz anders zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Da herrscht damals kein grundsätzlicher Streit über die Grenze, manchmal wirkte sie sogar verbindend.

„Über diese lange Grenze hinweg gab es immer auch regionale Zusammenarbeit im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Das klappte seit dem Mittelalter am besten zwischen Böhmen und Sachsen. Die Grenze zu Preußen war in den Augen der Bevölkerung weniger gut angesehen. Und zu Bayern hatte man nur den Weg über den Goldenen Steig, wobei zu beiden Seiten sehr viel Wald war, was nicht immer sehr verbindend ist. Die Beziehungen zu Deutschland waren geprägt von Pragmatismus, wirtschaftliche Zusammenarbeit und durch das Ungleichgewicht. Man konnte einen Staat, der eher in der Größe einer deutschen Provinz zu sehen ist, nicht auf eine Ebene stellen mit einem Staat, der damals noch als eine Großmacht galt. Heute hat sich das ja wohl geändert. Aber die wirtschaftliche Ungleichheit hat sich immer wieder ausgewirkt. Die Tschechen haben sich zum Teil etwas versteckt hinter den deutschen Erfolgen in der Wirtschaft. Ich weiß von einem tschechischen Kollegen, dass tschechische Produkte über Hamburg ausgeführt wurden, aber vorher noch einen Stempel erhielten: ‚Made in Germany‘“, sagt Manfred Alexander.


Ein Dank für die Mithilfe an dem Beitrag geht an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag, sie hat die Texte der diplomatischen Berichte zur Verfügung gestellt.

Autor: Till Janzer
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