Elch Emil durchstreift Tschechien

Seit mehreren Wochen streift ein junges Elchmännchen durch den Osten der Tschechischen Republik. Es ist zum Phänomen in den sozialen Netzwerken geworden.

Die Menschen, die Fotos oder sogar Videos von dem Elch machen, haben ihn inzwischen Emil getauft. Am Sonntag tauchte er erneut im Kreis Zlín auf. Zuvor war er bereits an 16 verschiedenen Orten in Nord- und Ostmähren gesichtet worden, aber auch schon in der Horňácko-Region am Fuße der Weißen Karpaten.

Das junge Tier ist offenbar aus Polen nach Tschechien gewandert. In dem nördlichen Nachbarland kommen Elche häufiger vor. In hiesigen Breiten kann ein ausgewachsenes Exemplar bis zu 450 Kilogramm wiegen. Es sei keine gute Idee, sich Emil zu nähern, warnte darum Jindřiška Jelínková, die Leiterin für Artenschutz bei der tschechischen Agentur für Natur- und Landschaftsschutz, gegenüber den Reportern des Tschechischen Rundfunks.

Ein Elch wurde in der Region Zlín gesichtet | Foto: Tschechischer Rundfunk

In Tschechien können Elche mit etwas Glück vor allem im Böhmerwald beobachtet werden. Dort gehören sie seit etwa 50 Jahren zu den ständigen Bewohnern. Den Angaben der Nationalparkverwaltung zufolge sind dort aktuell sieben bis 15 Tiere ansässig. Insgesamt wird der Bestand in ganz Tschechien auf 20 Tiere geschätzt. Tierschützer beklagen jedoch, dass sich ihre Zahl verringert. Obwohl Elche unter Artenschutz stünden, würden sie immer wieder Opfer von Wilderern, heißt es. Oder ihr Lebensraum werde durch vom Menschen errichtete Barrieren eingeschränkt, so die Experten, die etwa auf das wachsende Autobahnnetz verweisen.

Autoren: Daniela Honigmann , Růžena Vorlová , Leona Nevařilová | Quelle: iRozhlas
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