E.ON: Strom aus Temelin für das deutsche Netz nicht auszuschließen

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Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin, das nach mehrtägigen Reparaturarbeiten am Donnerstag wieder ans Netz gegangen ist, setzt seit Freitag seinen Probebetrieb mit einer Testserie am Turboaggregat fort. Diese Testserie wird voraussichtlich bis Ende Mai andauern. Wie Vaclav Brom von der Presseabteilung des Kraftwerkes gegenüber der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, liegt die aktuelle Leistung des Reaktors derzeit bei knapp 55 Prozent seiner Gesamtkapazität, so dass das AKW gegenwärtig eine Energieleistung von 472 Megawatt in das Netz speise.

Derweil hat die deutsche Energiegesellschaft E.ON laut einer APA-Meldung verkündet, dass sie nicht ausschließen könne, im Rahmen der nahezu schon zehn Jahre gültigen Vereinbarungen mit der Tschechischen Republik über die Abnahme von Elektroenergie eines Tages nicht auch Strom an das deutsche Netz abzugeben, der im Reaktor des Kernkraftwerks Temelin produziert wurde. Gegen dieses Vorhaben sind Anfang Februar Unterschriftenaktionen in neun bayerischen Städten durchgeführt worden mit dem Ziel, zu verhindern, dass in Tschechien produzierte Elektrizität nach Bayern exportiert wird. Aufgrund dieser Aktionen mussten sich die Stadträte in Passau und Cham dem öffentlichen Druck bereits beugen und sich mit der Angelegenheit befassen.