Erste Rückholflüge aus Nahost in Prag eingetroffen – Beschwerden über Informationslage
Mehrere Tausend tschechische Touristen sitzen wegen der iranischen Angriffe im Nahen Osten fest. Die Reiseveranstalter haben mit Rückholflügen begonnen, die ersten beiden sind bereits in Prag angekommen. Die Urlauber waren teils zwei Tage lang unterwegs. Andere sind immer noch vor Ort, obwohl sie weg wollen, und klagen auch über mangelhafte Informationen durch die tschechischen Behörden.
Am frühen Dienstagmorgen landete in Prag die erste Maschine der Charter-Fluggesellschaft Smartwings mit Urlaubern tschechischer Reiseagenturen aus Nahost. Das Flugzeug war in Maskat im Oman gestartet. Einige der Reisenden hatten bei der Rückkehr in ihre Heimat eine kleine Odyssee hinter sich. So wie Ondřej. Er musste aus Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, zum Abflugort gelangen…
„Erst ein Taxi zur Grenze, dann ein weiteres von dort weg. Wir kamen dann eine halbe Stunde nach der geplanten Abflugzeit in Maskat an. Aber es gelang noch, das Flugzeug aufzuhalten, und wir konnten an Bord.“
Zwei Tage lang waren Ondřej und seine Begleitung unterwegs. Auch der Flug selbst dauerte länger, konkret zehn Stunden, weil die Maschine in Ägypten zwischenlanden und auftanken musste. Manche Reisenden kamen aus Südost- und Ostasien, denn viele Flüge von dort gehen vor allem über Dubai. Das war etwa der Fall von Radka, die mit einer Freundin unterwegs war:
„Wir sind in Thailand losgeflogen und sollten in Schardscha bei Dubai landen. 20 Minuten vor der Landung wurden wir aber in den Oman umgeleitet. Es war anstrengend und lang, aber wir haben es geschafft.“
Wieder andere Urlauber waren einfach nur froh darüber, sich aus der Region in Sicherheit bringen zu können. Kateřina mit ihren beiden Kindern musste dafür ihren Urlaub nicht vorzeitig abbrechen, meinte aber in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Der Urlaub war sehr schön. Aber in dem Moment, da man sich bewusst macht, was dort vor sich geht, möchte man vor allem wegen der Kinder heimkehren. Das heißt, wir sind froh, dass sich unsere Reiseagentur so um uns gekümmert hat.“
Ein weiterer Rückflug von Smartwings landete am Morgen in Prag. Außerdem hat die Fluggesellschaft am Dienstag vier neue Maschinen in den Oman geschickt sowie zwei in die Vereinigten Arabischen Emirate. Und Smartwings-Sprecherin Vladimíra Dufková ergänzte:
„Der Flughafen in Dubai hat am frühen Montagabend seinen Betrieb für eine sehr begrenzte Anzahl an Flügen wieder aufgenommen. Smartwings konnten sich dabei das Zeitfenster für den heutigen Linienflug sichern.“
An die Urlauber, die weiterhin in Nahost ausharren müssen, appellierte Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě), den Anweisungen ihrer Reiseagenturen zu folgen. Rund 6700 Menschen, die sich im Nahen Osten aufhalten, waren vor den ersten Rückholflügen im Reiseregistrierungssystem Drozd des tschechischen Außenministeriums registriert. Doch es gab teilweise Unmut über die Weitergabe von Informationen vonseiten der Behörden. So erzählte etwa Alena dem Tschechischen Rundfunk, dass ihr Ehemann weiter im Oman festsitze…
„Er wurde nicht über das System Drozd benachrichtigt und wusste nichts von den Rückholflügen. Dabei hat Premier Babiš gesagt, dass etwa 6000 Menschen, die in der Region sind, an einer Rückkehr in die Heimat Interesse hätten. Das kam uns komisch vor, weil niemand meinen Mann zu einer möglichen Rückkehr gefragt hat“, schilderte Alena.
Probleme bestehen den Informationen nach aber ebenso bei der Rückholung von tschechischen Bürgern aus Israel. Dies sollte per Flugzeug aus Scharm El-Scheich in Ägypten geschehen. Jedoch sagte Außenminister Macinka dann am Montagabend:
„Eine weitere Entwicklung gibt es bei jenen Menschen, die aus Israel nach Scharm El-Scheich fahren, wo wir den größeren Airbus der Regierung bereitstellen wollten. Es zeigt sich, dass es nicht in den Kräften der Leute liegt, rechtzeitig dort hinzukommen.“
Deswegen sei der Airbus mit knapp einhundert Sitzen erst einmal nach Maskat umgeleitet worden, um dort tschechische Bürger abzuholen, die aus Dubai auf dem Landweg in die Hauptstadt des Oman gelangt sind. Scharm El-Scheich soll nun zu einem späteren Zeitpunkt ein kleineres Armeeflugzeug ansteuern. Außerdem ist der Flug einer tschechischen Regierungsmaschine nach Amman in Jordanien geplant. Alles das soll im Laufe des Dienstags geschehen.








