Erstes Olympia-Gold für Tschechien: Ruderin Miroslava Knapková

Miroslava Knapková (Foto: ČTK)

Die Tschechische Republik hat am Wochenende die erste Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in London erreicht. Die Ruderin Miroslava Knapková erkämpfte auf dem Dorney Lake im Einer das begehrte Edelmetall auf der 2000-Meter-Strecke.

Miroslava Knapková (Foto: ČTK)
Knapková ist die 64. Olympia-Siegerin in der Geschichte des tschechischen und tschechoslowakischen Sports. Und sie ist die überhaupt erste tschechische Ruderin in der olympischen Geschichte, die eine Goldmedaille gewonnen hat. Zudem hat sie das tschechische Team bei den Olympischen Spielen in London erlöst und die erste Goldmedaille geholt.

Die 31-jährige Weltmeisterin gewann mit über 3 Sekunden Vorsprung auf die zweitplazierte Dänin Fie Udby Erichsen. Bronze ging an die Australierin Kim Crow. Die erschöpfte Miroslava Knapková sagte nach dem Zieleinlauf:

„Nach einem Kilometer habe ich einen großen Vorsprung gehabt. Ich habe meinen Trainer gehört, wie er etwas zu mir schreit. Ich habe schon gedacht, wir sind zurück in Peking: Dort hatte ich zwar einen riesigen Vorsprung, im Finish aber keine Kraft mehr. Ich habe heute ein bisschen nachgelassen. Am Ende gingen mir die Kräfte tatsächlich aus. Auf den letzten 300 Metern war es zu sehen, dass der Vorsprung immer kürzer wird. Ich war froh, dass ich als erste im Ziel war.“

Miroslava Knapková (Foto: ČTK)
Bei der 1500-Meter-Marke hatte Knapková sogar einen Vorsprung von 7 Sekunden. Vor vier Jahren in Peking schaffte sie es nur auf den fünften Platz. Diesmal jedoch reichte es für Gold. Knapková kämpfte dabei nicht nur mit ihren Gegnerinnen, sondern auch mit einer Verletzung. Sie hatte ihre schmerzhafte Verletzung des Zwischenrippenmuskels verschwiegen, um ihren Gegnerinnen keinen psychischen Vorteil zu geben. Vor dem Start war sie von der Entscheidung aufzugeben, nicht weit entfernt. Nach Expertenmeinungen hat die Verletzung paradoxerweise aber dazu beigetragen, dass Knapková ihre Technik verbessern konnte:

„Es ist tatsächlich so. Ich habe meine Technik verändert, damit die Verletzung möglichst wenig wehtut. Seitdem hat mir jeder gesagt, welch wunderbare Technik ich hätte. Ich konnte nicht mit so viel Kraft ziehen und habe mich bemüht, möglichst leicht und graziös zu rudern, damit es möglichst wenig Kraft kostet. Dank dieser Veränderung fuhr das Boot schneller, obwohl ich weniger Kräfte hatte.“

Miroslava Knapková (Foto: ČTK)
Miroslava Knapková kommt ursprünglich aus der Leichtathletik. Erst mit 19 Jahren stieg sie zum ersten Mal ins Ruderboot und folgte den Spuren ihres Vaters, der es 1976 und 1980 in die Finalläufe der Olympischen Spiele schaffte. Für die Tochter war 2011 das bis dahin erfolgreichste Jahr in ihrer Karriere. In Bled gewann sie ihren ersten Weltmeistertitel, anschließend folgte in Plowdiw ihr zweiter Europameistertitel nach 2008.

Aber auch weitere tschechische Athletinnen haben am Wochenende für Freude gesorgt. Wenige Minuten nach dem Triumph Knapkovás konnte Adéla Sýkorová im Kleinkaliber-Dreistellungskampf Bronze gewinnen und damit die erste Medaille für die tschechischen Sportschützen sichern. Am Sonntag haben die Tennisspielerinnen Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká Silber im Doppel-Final des olympischen Tennisturniers erkämpft. Im Finale wurden sie von den amerikanischen Schwestern Serena und Venus Williams mit 6:4 und 6:4 geschlagen. Die tschechische Bilanz nach dem Wochenende liegt damit bei einmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze.