Ewa Farna: Vom Nachwuchsstar zur Musikpreis-Anwärterin

Ewa Farna

An Ewa Farna führt in der zeitgenössischen tschechischen Popmusik kein Weg vorbei. In unserem MusikCzech gibt es Lieder von Farnas neuester Platte „Umami“.

Ewa Farna 2009 | Foto: Łukasz Skrzypecki,  Flickr,  CC BY 2.0

Ewa Farna wurde 1993 nahe der Grenze zum Nachbarland Polen in Třinec / Trzynietz geboren. Sie gehört der polnischen Minderheit an, und ihre tschechisch-polnische Herkunft hat sich die Sängerin bis heute bewahrt. So spricht sie mit ihrer Familie in der Teschener Mundart. Außerdem erscheinen ihre Alben auf Tschechisch und auf Polnisch – und das seit den Anfängen ihrer Karriere. Auch die neueste Platte „Umami“ erschien in beiden Sprachen.

Ewa Farna | Foto: Jaromír Adámek,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 3.0

Die Sängerin startete ihre musikalische Laufbahn bereits im zarten Alter von 13 Jahren. Sie gewann einen Musikwettbewerb, es folgte die erste Single und mehrere Auftritte. Bereits 2008 – da war Farna gerade mal 14 Jahre alt – ging sie auf eine Tour mit fast 20 Konzerten. Das Live-Album, das dabei entstand, wurde damals zur erfolgreichsten Platte des Jahres.

Der Sängerin erhielt im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Musikpreise, und auch im Fernsehen wurde Farna ein bekanntes Gesicht. So moderierte sie nicht nur die Show Tschechisch-Slowakischer Superstar, sondern saß dort auch in der Jury – als jüngstes Mitglied überhaupt. Farnas Alben wurden immer wieder zu Verkaufsschlagern. Besonderes Aufsehen erregte ein Remake des Songs „All About That Bass“ von Meghan Trainor. In der tschechischen Version sang Ewa Farna, sie habe nun mal einfach „boky jako skříň“ – also Hüften wie ein Schrank. Damit spielte sie auf die gehässige Boulevardpresse an, die ihre Figur in der Vergangenheit des Öfteren thematisiert hat.

Quelle:  Warner Music

Auf die neueste Platte der Sängerin mussten die Fans nun sieben lange Jahre warten, doch im vergangenen Dezember war es schließlich soweit. Kurz darauf erschien das neue Album auch auf Polnisch. In beiden Sprachen trägt es den etwas kryptischen Namen „Umami“. Dieser japanische Begriff beschreibt einen Geschmack, der außerhalb der vier bekannten Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter liegt. Mit Umami kommt jeder Mensch angeblich das erste Mal beim Trinken der Muttermilch in Kontakt. Passenderweise trägt ein Song auf der Platte auch den Titel „Umamy“ – also mit Ypsilon, statt mit „i“ am Ende. Dies kann an das tschechische „u mámy“ erinnern – also „bei der Mutter“. Ob dafür wohl Inspiration war, dass Ewa Farna mittlerweile zweifache Mutter geworden ist?

Ewa Farna | Foto: David Sedlecký,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 4.0

Ewa Farnas neue Platte unterscheidet sich recht stark von den vorhergehenden. Farna war zum ersten Mal ihre eigene Produzentin. Musikalisch entfernt sie sich von ihren eher rockigen Wurzeln und bewegt sich deutlich in Richtung Pop. Bei den Kritikern scheint das gut anzukommen. Gleich vier Nominierungen für den tschechischen Musikpreis Anděl (Engel) erhielt Farna für „Umami“. Bei der Preisverleihung am kommenden Mittwoch hat sie nun die Chance, den Preis für das Album des Jahres einzuheimsen und zugleich noch als Sängerin des Jahres ausgezeichnet zu werden. Das Lied „Tělo“ (Körper) könnte außerdem zur besten Single und der Clip dazu zum besten Musikvideo gekürt werden.