Filmemacher Jaromil Jires gestorben

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Im anschließenden Beitrag erinnert Jitka Mladkova an den herausragenden tschechischen Filmregisseur Jaromil Jires, der vor einigen Tagen gestorben ist.

Eine traurige, wenn auch nicht ganz unerwartete Meldung hat die tschechische Nachrichtenagentuer CTK am vergangenen Freitag gebracht: etwa zwei Jahre nach einem schweren Autounfall und kurz vor seinem 66. Geburtstag ist der tschechische Filmregisseur Jaromil Jires gestorben. Er war außerordentlich intelligent, schrieb in einem Nachruf für die tschechische Tageszeitung Mlada fronta Dnes der in Paris lebende Schriftsteller Milan Kundera. Diese Worte basieren auf guter Kenntnis des verstorbenen Filmemachers. Verfilmte er doch Ende der 60er Jahre Kunderas Roman Der Scherz, der wiederum zu den meistgeschätzten in der Filmografie von Jaromil Jires gehört. Er war eine den Rahmen der Filmkunst weit überragende Persönlichkeit.

In der ersten Phase seines Schaffens war Jires eng mit der New Wawe, also der Neuen Welle in der Filmkunst der 60Jahre verbunden. Durch seine eigene Poetik hat er sich als Dichter der Filmkunst etabliert. Seine Vorliebe für Musik fand z.B. im Film Löwe mit weißer Mähne Ausdruck, der dem tschechischen Komponisten Leos Janacek gewidmet ist. In den letzten 10 Jahren galt Jires auch als unermüdlicher Filmkunstdiplomat, gebunden vor allem an die frankophone Welt. Er vertrat die Tschechische Republik im internationalen Fonds Eurimages, arbeitete mit dem Kulturministerium zusammen. Er setzte sich auch für das Zustandekommen eines neuen Gesetzes ein, das der nationalen Kinematografie finanzielle Unterstützung des Staates garantieren sollte. Last but not least war Jires anerkannter Pädagoge an der Prager Filmakademie. Die Aufzählung aller seiner Tätigkeiten wäre natürlich viel viel länger. Dementsprechend lang wird man das Lebenswerk von Jaromil Jires analysieren müssen. Schon jetzt steht jedoch fest: Er hat die Geschichte des tschechischen Films "mitgeschrieben".