„Fimfárum“ auf Schloss Chvaly: Ausstellung von Illustrationen und Puppen aus den Trickfilmen

Unter dem Titel „Fimfárum von Jan Werich“ wurde am Mittwoch auf Schloss Chvaly in Prag eine Ausstellung eröffnet. Sie zeigt Illustrationen sowie Originalpuppen und Requisiten aus den gleichnamigen tschechischen Trickfilmen.

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Am Eingang in die neue Ausstellung in Chvaly ist ein Großformatfoto von Jan Werich (1905–1980) mit Jiří Trnka (1912–1969) nicht zu übersehen. Werich war ein renommierter tschechischer Schauspieler, Dramatiker, Drehbuchautor und Schriftsteller. Mit Trnka, dem Illustrator und Regisseur von Puppentrickfilmen, war er gut befreundet. Als Werich sein Märchenbuch mit dem Titel „Fimfárum“ (1960 erschienen) schrieb, hat Trnka es illustriert. Die Mehrheit der Märchen wurde anschließend auch in Filmen bearbeitet – einige als eigenständige Filmmärchen, einige im Rahmen von Puppentrickfilmen.

Puppen- und Zeichentrickfilme sowie Kinderbuchillustrationen stünden oft im Fokus der Ausstellungen auf Schloss Chvaly, merkt Kurator Ondřej Sedláček an.

„Ich habe schon lange daran gedacht, das Thema ,Fimfárum‘ zu bearbeiten. Der 120. Geburtstag von Jan Werich stellt eine Gelegenheit dar, sich mit dem Buch näher zu beschäftigen“, so der Kurator.

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Werich wurde am 6. Februar 1905 in Prag geboren. In der Ausstellung sind auch Originalaufnahmen seiner Stimme zu hören. Und zu sehen sind alle 40 Originalillustrationen von Jiří Trnka für „Fimfárum“. Sein Sohn, der Maler Jan Trnka, kreierte speziell für die Schau eine Animation anhand der Zeichnungen. Dazu Sedláček:

„Zudem zeigen wir vor allem Puppen, Requisiten und Szenen aus drei Puppentrickfilmen, die anhand der Märchen aus Werichs ‚Fimfárum‘ entstanden sind.“

Nach einer Besichtigung der Ausstellung geht es in das Souterrain des Schlosses. Dort finde sich der interaktive Teil der Schau, erklärt der Kurator:

„Dieser Teil der Ausstellung ist vor allem für die jüngsten Besucher bestimmt. Sie finden dort einen Spielraum, in dem sie die gleichen Aufgaben erfüllen können, die der Fürst in ,Fimfárum‘ dem Schmied stellte. Geholfen haben ihm dabei der Wassermann und der Teufel.“

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Wie das Märchenbuch „Fimfárum“ vermutlich entstanden ist, daran erinnerte sich der Maler Jan Trnka während der Eröffnung der Ausstellung in Chvaly. Jan Werich habe seinen Freunden manchmal Schallplatten geschenkt. Es waren jedoch keine Platten, die von einem Verlag herausgegeben wurden. Vielmehr erzählte darauf der Künstler selbst etwas und ließ das Vinyl speziell anfertigen. Einmal habe Werich ihm, seinem Patenkind, eine Platte zu Weihnachten geschenkt, berichtete Jan Trnka:

„Und er hat die Schallplatte mit einem Märchen besprochen. Es war eines der Märchen, die er sozusagen ,für die Schublade‘ geschrieben hatte. Das Märchen hieß ,Der König hatte drei Söhne‘. Ich war damals begeistert, dass ich meine eigene Schallplatte hatte und habe sie jedem, der zu uns zu Besuch kam, vorgespielt. Das Märchen gefiel den Kindern wie den Erwachsenen. Jan Werich holte anschließend noch weitere Märchen aus der Schublade hervor. Mein Vater hat sie dann illustriert. Und so ist wahrscheinlich auch ,Fimfárum‘ entstanden.“

Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Das Wort „fimfárum“ hat Werich für sein Märchen erfunden. Das gleichnamige Buch erschien auch auf Deutsch: Unter dem Titel „Fimfarum und neue Märchen, ausgedacht und erzählt von Jan Werich“ wurde es 1997 vom Prager Verlag Albatros herausgegeben.

Die Ausstellung „Fimfárum von Jan Werich“ ist auf Schloss Chvaly bis 31. August zu sehen. Das Schloss ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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