Gasbetreiber vierer Länder planen Bau von Wasserstoffkorridor in Mitteleuropa

Die Gasnetzbetreiber Tschechiens, der Slowakei, der Ukraine und Deutschlands wollen gemeinsam einen Wasserstoffkorridor von der Ukraine quer durch Mitteleuropa bauen.

IllustrationsfFoto: NASA Kennedy,  Flickr,  CC BY-NC-ND 2.0

Die Idee beruht auf einer gemeinsamen Initiative des slowakischen Unternehmens Eustream, der tschechischen Firma Net4Gas, des deutschen Unternehmens OGE und des Betreibers des ukrainischen Gasfernleitungsnetzes (Gas TSO of Ukraine). Die gemeinsame Pressemitteilung der Unternehmen wurde der Presseagentur ČTK am Donnerstag von Net4Gas-Sprecher Vojtěch Meravý übermittelt. Über die möglichen Kosten des Projekts machten die Unternehmen keine Angaben. Auch andere ausländische Unternehmen setzen auf die künftige Wasserstoffproduktion in der Ukraine.

Die neue Initiative, die sich Mitteleuropäischer Wasserstoffkorridor nennt, plant in ihrer Region den Bau einer sogenannten Wasserstoff-Autobahn. Damit soll die Weiterleitung von Wasserstoff aus den künftigen großen Produktionsgebieten in der Ukraine gesichert werden. Nach Angaben der Unternehmen bestehen in dem osteuropäischen Nicht-EU-Land hervorragende Bedingungen für ihre groß angelegte ökologische Produktion. Der Korridor soll durch die Slowakei und Tschechien zu Gebieten mit einer erwartet starken Nachfrage in Deutschland und der EU führen. Nach Angaben der Unternehmen wird es auch einen direkten Transport des Wasserstoffs von seinen Produktionsanlagen zu den Verbrauchern in Tschechien und der Slowakei geben.

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Die Initiatoren des Projekts gehen davon aus, dass sich der mitteleuropäische Wasserstoffkorridor durch eine teilweise Wiederverwendung der bestehenden Gasinfrastruktur in Kombination mit gezielten Investitionen in neue spezialisierte Wasserstoffpipelines und Kompressor-Stationen errichten lasse. Damit soll der Transport von Wasserstoff über weite Strecken zu einem erschwinglichen Preis ermöglicht werden. Die genannten Unternehmen haben bereits damit begonnen, die technische Machbarkeit des Projekts zu prüfen.

Autor: Lothar Martin
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