Gesundes Essen statt Wurst und Chips: neue Regeln für Schulkioske

Foto: ČT24

Eine gesunde Pausenverpflegung an Schulen: Mit diesem Ziel wurde die sogenannte „Schlemmverbot“ ins Leben gerufen. Die Vorschrift verbietet den Verkauf ungesunder Lebensmittel an Schulen. In Kraft getreten ist sie zwar schon im September in Kraft, doch erst mit dem Start des Schulunterrichts nach den Weihnachtsferien ist sie verpflichtend geworden.

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Am Schulkiosk eines Gymnasiums in Brno / Brünn:

„Ich kaufe fast jeden Tag dort etwas. Fast immer finde ich etwas, was mir schmeckt, wie etwa einen Hotdog.“

„Ich kaufe einen Hotdog, manchmal etwas zum Trinken, manchmal Chips.“

Soweit die Schüler. Doch eben die genannten Lebensmittel sollen mit der neuen Vorschrift aus den Schulen verbannt werden. Demnach dürfen in Automaten oder an Kiosken keine zucker- und koffeinhaltigen Soft- und Energydrinks sowie keine Süßigkeiten mehr verkauft werden. Allerdings fallen auch viele Milchprodukte sowie belegte Brote mit Butter, Schinken und Käse unter das Verkaufsverbot.

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Irena Polednová hat ihr Buffet an einer Schule in Žďár nad Sázavou / Saar zu Ende Dezember nach acht Jahren geschlossen:

„Ich kann mir nicht vorstellen, womit ich die Brötchen belegen soll, um alle erlaubten Grenzwerte von Salz und Fett zu erfüllen. Und was die Verordnung verbietet, erhalten die Kinder ohnehin von ihren Müttern. Und wenn sie diese Dinge nicht in der Schule bekommen, kaufen sie sie auf dem Weg zur Schule.“

Peter Krupka  (Foto: Archiv des Gymnasiums in Brno-Řečkovice)
Die Verordnung ist im September in Kraft getreten. Seitdem wird sie von den Schulleitern kritisiert. Denn mit der Schließung der Kioske verlieren die Schüler die Möglichkeit einer Pausenverpflegung und die Schulen wichtige Einnahmen aus der Vermietung ihrer Räumlichkeiten. Auch eine Petition gegen die Regelung ist entstanden. Der Leiter des Gymnasiums im Brünner Stadtteil Řečkovice, Peter Krupka, unterstützt sie:

„Ich habe mich der Petition der Prager Schulen angeschlossen. Ich bin der Meinung, dass das ‚Schlemmverbot‘ ein Schritt in die falsche Richtung ist. Die Idee bewerte ich mit der Note drei, die Umsetzung mit einer Fünf.“

Jitka Turňová  (Foto: Milan Kopecký,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Ähnlich sieht das auch die Ernährungsexpertin Jitka Turňová:

„Einerseits bin für eine Regelung, weil zu viele Kinder hierzulande stark übergewichtig sind. Man sollte durchaus auf die Ernährung achten. Es geht aber um die Form, wie diese Kontrolle umgesetzt wird. Die neue Verordnung halte für eine unglückliche Lösung.“

Turňová lehnt Einschränkungen aber prinzipiell nicht ab:

„Ich finde es schlecht, wenn an den Kiosken Lebensmittel wie salzige Chips, gesalzene Erdnüsse und selbstverständlich auch süße Getränke wie Cola verkauft werden. Diese gehören zu den schlechtesten Lebensmitteln, und ihr Konsum soll wirklich beschränkt werden.“

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Das Ministerium hält aber an seiner Vorschrift fest. Jarmila Balážová ist Sprecherin des Ressorts:

„Das vorrangige Ziel der Verordnung ist der Schutz der Kinder und eine Förderung ihrer Gesundheit. Das Bildungsministerium ist überzeugt, dass die Schulen mitverantwortlich sind bei der Erziehung zu einem gesunden Lebensstil. Den Schülern werden im Unterricht einerseits Prinzipien der gesunden Ernährung beigebracht und andererseits ungesunde Produkte angeboten. Eine solche Diskrepanz sollte es an Schulen nicht geben.“