Grünes Licht für Deutschland, Österreich und Schweiz

Foto: ČTK / AP Photo / John Minchillo

Tschechien öffnet seine Grenze ab dem 15. Juni wieder für Reisende aus den meisten EU-Ländern. Die Regierung hat dazu am Montag ein sogenanntes Ampelsystem beschlossen, bei diesem sind die Staaten je nach Corona-Infektionsrisiko eingeteilt.

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Viele haben darauf gewartet: In weniger als zwei Wochen öffnet Tschechien endgültig seine Grenzen. Ab dem 15. Juni dürfen Menschen von hier wieder frei in die meisten EU-Länder reisen. Und umgekehrt nimmt Tschechien auch Touristen auf.

Dazu hat die Regierung in Prag ein Ampelsystem beschlossen. Das heißt, die Länder Europas werden entsprechend ihrer epidemiologischen Lage in drei Kategorien eingeteilt. Grünes Licht bekommen Staaten mit wenigen Coronafällen. Das sind zum Beispiel alle Nachbarstaaten Tschechiens, also auch Deutschland und Österreich, aber ebenso die Schweiz. Zudem gehören etwa Kroatien und Griechenland zur grünen Zone, was aus tschechischer Sicht für die Urlaubsplanung wichtig ist. In der grünen Zone darf man uneingeschränkt, also zu beliebigen Zwecken hin- und zurückfahren – und das auch ohne negativen Corona-Test.

Tomáš Petříček (Foto: ČTK / Michal Krumphanzl)
Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) wies bei einer Pressekonferenz am Montag in Prag aber darauf hin, dass es sich beim Ampelsystem um eine Beurteilung von tschechischer Seite handle. Dies sage nichts darüber aus, ob die entsprechenden Länder auch selbst ihre Grenzen bereits öffnen wollen.

„Falls die andere Seite die Einreise beschränkt, werden die Reisen nach den Einreisebestimmungen der zweiten Seite geregelt. Für uns ist das Ampelsystem aber ein wichtiger Schritt, um über die gegenseitige Koordinierung von Einreisebestimmungen verhandeln zu können.“

Als Beispiel nannte Petříček Polen, das von Prag in die grüne Gruppe eingestuft wurde. Bei der Einreise müssen sich Tschechen dort aber für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Adam Vojtěch (Foto: ČTK / Michal Krumphanzl)
Eine Zwischenstufe mit mittlerem Infektionsrisiko bilden orange gekennzeichnete Länder. Dazu zählen unter anderem Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und die Niederlande. Tschechen dürfen ebenfalls frei in diese reisen und auch ohne Einschränkungen von dort zurückkehren. Ausländer aus diesen Herkunftsländern müssen allerdings bei der Einreise nach Tschechien einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorweisen.

Die dritte Gruppe bilden Länder mit einem hohen Infektionsrisiko. Zu dieser gehören Großbritannien und Schweden. Gesundheitsminister Adam Vojtěch:

„Das höchste Risiko besteht in den rot gekennzeichneten Staaten. Dort gilt sowohl für tschechische als auch für dortige Bürger die Pflicht, bei der Einreise nach Tschechien einen negativen Corona-Test vorzulegen beziehungsweise in Quarantäne zu bleiben.“

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Das Ampelsystem sei dynamisch und werde an die epidemiologische Situation in der Welt angepasst, betonte Außenminister Tomáš Petříček gegenüber dem Tschechischen Rundfunk am Montag:

„Wir müssen die Entwicklung in den jeweiligen Staaten verfolgen, um eine mögliche Rückkehr der Coronavirus-Epidemie in Tschechien zu verhindern. Ich gehe davon aus, dass die Liste der Länder sowohl in positiver als auch in negativer Richtung korrigiert wird.“

Die Tschechische Republik hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie einen weitgehenden Einreisestopp verhängt. Inzwischen wurden bereits einige Zwischenschritte zu einer Öffnung der Grenzen getan.


Quelle: Archiv des Tschechischen Rundfunks
Die Staaten mit einem geringen Corona-Risiko sind derzeit: Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Island, Kroatien, Liechtenstein, Litauen, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Ungarn, Zypern (grün).

Die Staaten mit mittlerem Corona-Risiko sind: Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Portugal, Spanien (gelb).

Ein hohes Corona-Risiko gilt für: Großbritannien, Schweden (rot).