Hepatitis A in Tschechien: Impfstoff-Sonderlieferungen werden an Arztpraxen verteilt

Hepatitis A

Die Hepatitis-A-Welle in Tschechien flacht auch nach Monaten immer noch nicht ab. Nun werden Sonderlieferungen der Impfstoffe gegen das Virus an Krankenhäuser, Arztpraxen und Impfzentren ausgeliefert.

50.000 Impfdosen gegen Hepatitis A werden derzeit in Tschechien verteilt. Für die Distribution ist hauptsächlich das Unternehmen Avenier verantwortlich. Firmensprecher Martin Nesrsta sagte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

„Wir bringen den Impfstoff im Laufe dieser Woche in die Praxen. Konkret beliefern wir rund 1100 Kinderärzte und 1100 Allgemeinmediziner, die den Impfstoff für Erwachsene erhalten.“

Täglich würden nun in Tschechien 2500 bis 3000 Menschen gegen die Viruskrankheit geimpft, sagt Matyáš Fošum, Leiter des Referats für den Schutz der öffentlichen Gesundheit am tschechischen Gesundheitsministerium. Allerdings wird die aktuelle Lieferung nicht für das Interesse hierzulande ausreichen. Und das weiß auch Fošum:

„In den kommenden zwei Wochen werden weitere 50.000 Dosen ankommen. Ich gehe davon aus, dass diese zweite Lieferung die derzeitige Nachfrage decken wird. Für Januar und Februar kommenden Jahres rechnen wir zudem mit weiteren Sonderimporten.“

Zahl der Hepatitis-A-Fälle in der Tschechischen Republik am 30. November 2025  | Foto: Státní zdravotní ústav

 

Was die Impfquote angeht, ist Fošum also vorsichtig optimistisch. Ein Ende der Hepatitis-A-Epidemie in Tschechien sieht er aber noch nicht kommen:

„Wir gehen nicht davon aus, dass eine Trendwende einsetzt. Deshalb würde es sehr helfen, wenn sich die Menschen an Weihnachten entsprechend schützen, damit sich die Epidemie im neuen Jahr nicht weiter verbreitet.“

Matyáš Fošum | Foto: Hygienická služba ČR

Zu den Schutzvorkehrungen zähle vor allem das regelmäßige Waschen oder Desinfizieren der Hände, sagt Fošum. Dies gelte etwa auch vor dem Verzehr von Speisen auf den Weihnachtsmärkten. Um dort eine Verbreitung der Hepatitis A zu verhindern, hat das Ministerium dem Beamten zufolge die Veranstalter der Märkte darum gebeten, Desinfektionsspender bereitzustellen. Zudem sei das Gesundheitsamt auf den Adventsmärkten unterwegs, um Standbetreiber und Marktbesucher auf die Hygieneregeln hinzuweisen.

Wie das Staatliche Gesundheitsinstitut (SZÚ) am Dienstag meldete, wurden in Tschechien in diesem Jahr bisher 2880 Hepatitis-A-Fälle registriert. Das ist viereinhalb Mal so viel wie vergangenes Jahr und die höchste Zahl seit 1984. 31 erkrankte Personen starben. Die höchsten Fallzahlen gibt es aktuell in Prag. Laut dem Gesundheitsinstitut überträgt sich das Virus in Tschechien nicht durch verunreinigte Lebensmittel, sondern nur durch Schmierinfektion. Deshalb wird zu besonderer Händehygiene aufgerufen, etwa nach der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Besuch von Supermärkten oder dem Berühren von Türklinken und Geländern.

Zum Schutz gegen die Hepatitis A wurden in Tschechien in diesem Jahr bereits 220.000 Impfdosen verabreicht. 2024 lag die Zahl rund bei einem Drittel davon.

Autor: Ferdinand Hauser | Quelle: Český rozhlas
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