Hörerforum

Hochwasser in Roztoky bei Prag

Ahoi und herzlich willkommen zum Hörerforum von Radio Prag. Auch heute wollen wir wieder ein wenig in der Postmappe blättern und uns mit Ihren Zuschriften befassen. Am Mikrofon begrüßen Sie dazu Gerald Schubert und Marketa Maurova.

Hochwasser in Roztoky bei Prag
Nach der Flutkatastrophe, die die Tschechische Republik Mitte August heimgesucht hat und deren schreckliche Folgen nach und nach immer sichtbarer werden, hat uns von Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, jede Menge Post erreicht, in der zum einen die Anteilnahme und das Mitgefühl mit den Hochwassergeschädigten zum Ausdruck kam, in der zum anderen aber auch vielfach das Angebot zur Hilfe und Solidarität geäußert wurde. Dafür möchten wir Ihnen zu Beginn dieser Sendung zunächst recht herzlich danken.

Die Betroffenheit derjenigen, die uns geschrieben haben, wird in mehreren Briefen deutlich. So schrieb uns Herr Sandro Blatter aus Schwerzenbach in der Nordschweiz:

"Normalerweise fällt mir ja das Berichte schreiben ziemlich leicht, doch am heutigen Sonntag Abend tue ich mich doch ziemlich schwer. Unzählige Male habe ich diese Woche Überschwemmungsbilder aus Ihrem Land gesehen. Vor allem aber aus Prag. Das ärgste scheint nun überstanden zu sein, jedoch wurden heute Abend eingestürzte Häuser in Prag gezeigt. Jenen Leute, die die Flut überstanden haben, wurde nun der Rest genommen."

Horst Kessner aus Idstein im Taunus verfasste diese Zeilen:

"Die Hochwasserkatastrophe in Prag hat mich schon sehr erschüttert, und ich bin froh, dass die Altstadt nicht überflutet wurde. Die Bilder im Fernsehen waren schon sehr, sehr dramatisch und mein Mitgefühl gehört den Prager Bürgern. Die Metro überflutet, die Straßenbahnen und Busse fuhren nicht, und das Nationaltheater in der Bausubstanz gefährdet. Nein, so ein Elend!"

Hans Gosdschan aus Cottbus dachte an alle Betroffenen, als er zur Feder griff:

"Auf diesem Weg möchte ich dem tschechischen Volk meine aufrichtige Anteilnahme zu den Folgen der schweren Flutkatastrophe aussprechen. Die Bilder aus den Hochwassergebieten haben mich stark betroffen. Die Katastrophe hat ja diesmal direkt vor der Haustür stattgefunden und nicht in weit entfernten Gebieten der Erde. Die Auswirkungen haben die Tschechische Republik neben Deutschland am stärksten betroffen und es wird riesiger Kraftanstrengungen bedürfen, um die Schäden zu beseitigen."

In der Tat. In Tschechien wird der voraussichtliche Gesamtschaden, den die Flut hinterlassen hat, bereits mit mehr als 100 Milliarden Kronen beziffert, das sind mehr als drei Milliarden Euro. Deshalb braucht es schnelle, unbürokratische und eine viel tausendfache Hilfe. Herr Gosdschan verweist dabei noch auf einen ganz wesentlichen Punkt:

"Ich mache mir wenig Sorgen, dass die Prestigeobjekte, wie die Kulturgüter von Dresden schnell wieder im alten Glanz erstrahlen werden; aber die vielen, vielen Einzelschicksale."

Herr Achim Kissel aus Duisburg gibt eine Antwort darauf:

"Nun ist Hilfe angesagt. So wurde bei uns in der Kirchengemeinde an zwei Sonntagen die Kollekte für die Flutopfer gesammelt. Und sicher werden noch viele Spenden zusammenkommen."

Apropos Spenden. Viele unserer Hörer haben uns geschrieben, dass sie gern auch mittels einer finanziellen Zuwendung helfen wollen. Wenn möglich natürlich in Euro oder in Schweizer Franken. Dazu haben wir Sie in unserer letzten Sendung bereits auf das größte deutschsprachige Internetportal Europas zur Tschechischen Republik verwiesen, wo Sie unter der Webseite www.tschechien.de die entsprechenden Angaben finden können. Neben dem dort angegebenen Konto für Hochwassergeschädigte in Osteuropa, das bei der Bank für Sozialwirtschaft in Karlsruhe eingerichtet wurde (BLZ: 660 205 00, Konto: 202, Stichwort: Flut) können Sie ihre Spende dort auch online an die Caritas International - Für Menschen in Not weiterleiten.

Prager Tierpark wurde wieder eröffnet (Foto: CTK)
Auch den Hörern, die uns mitteilten, dass sie ganz speziell für den arg ramponierten Prager Zoo spenden wollen, können wir vielleicht weiterhelfen. Laut Auskunft von Zoo-Pressesprecher Vit Kahle wurden zu diesem Zweck zwei Konten eröffnet, allerdings nur in Tschechien. Diejenigen, die einen finanziellen Betrag auf eines dieser Konten überweisen wollen, dürfen wir auf unsere Webseite www.radio.cz verweisen, auf der sie die entsprechenden Kontoangaben entnehmen können. Oder aber Sie setzen sich telefonisch mit Vit Kahle in Verbindung, um zu erfahren, welche Hilfe der Prager Tierpark derzeit am nötigsten hat. Den Zoo-Pressesprecher erreichen Sie unter der Vorwahl 004202 und der anschließenden Nr. 96 11 22 57.


Mittlerweile gibt es aber auch schon mehrere Initiativen, wo konkreten Orten oder Objekten ganz rasch und direkt geholfen werden soll. In einem neulich gesendeten Tagesecho-Beitrag haben wir Sie zum Beispiel schon über die Unterstützung des Tübinger Historikers Eberhard Frasch für das vom Hochwasser ebenfalls stark betroffene nordböhmische Terezín/Theresienstadt informiert. In einem Telefonat, dass wir mit Herrn Frasch führten, sagte er uns zu den Beweggründen seines Einsatzes für den Ort und dessen Gedenkstätte:

Mit Freude und auch etwas Stolz teilte uns Herr Frasch mit, dass bei der Deutschen Bank in Berlin inzwischen auch ein Spendenkonto besteht. Unter dem Kennwort "Gedenkstätte Theresienstadt" können dort auf das Konto Nr. 586 301 400 (Bankleitzahl: 100 700 00) entsprechende Zuwendungen überwiesen werden. Wer sich diesbezüglich schon hervorgetan hat und von wem er eigentlich größere Unterstützung erwartet habe, dazu sagte Herr Frasch:

Erklärend fügte Herr Frasch jedoch an, dass für die deutschen Medien derzeit wohl das Hochwasser im eigenen Land im Mittelpunkt stehe. Dafür erreichten unserer Redaktion von fast überall in Europa Ihre Zuschriften zum verheerenden Hochwasser in Tschechien. Herr Ulrich Stühmke ließ uns zum Beispiel von seinem Aufenthalt auf der Insel Öland wissen:

"Die Berichte zu den Überflutungen werden auch in Schweden aufmerksam verfolgt."

Und Herr Andreas Iwainsky aus Wien teilte uns mit:

"Ihre Sendung habe ich nicht in meiner Wohnung in Wien, sondern in Norwegen gehört, wo das nächste Projekt für mich stattfindet. Bei den Überschwemmungen in Prag und Dresden blutet einem, der diese beiden wunderschönen Städte kennt, wirklich das Herz. Ich bin neugierig, was für Lehren die Politiker der Elbe-Staaten aus diesem Hochwasser ziehen."

Diese Frage können wir Ihnen heute leider nicht mehr beantworten, denn unsere Sendezeit ist schon wieder abgelaufen. Doch wir berichten ja tagtäglich über die vielen Fragen, die die Katastrophe aufgeworfen hat, sowie über Mittel und Wege, wie man die Antworten darauf finden will. Einige unserer Hörer haben sich darüber auch bereits Gedanken gemacht. Doch dazu mehr in unserer nächsten Sendung in 14 Tagen. Für heute verabschieden sich am Mikrophon Marketa Maurova und Gerald Schubert.