Hoffnung im Kampf gegen Zika und Hirnhautentzündung

Foto: ČTK

Mücken und Zecken übertragen die Erreger von zwei für den Menschen äußert gefährlichen Nervenkrankheiten: das Zika-Virus und das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Tschechische Forscher geben nun mit einer Entdeckung eine Hoffnung im Kampf gegen die beiden Viren.

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Weltweit suchen Forscher nach einem möglichen Schutz gegen Zika. Mögliche Wege sind etwa neue Impfstoffe oder eine Bekämpfung der Überträger. Ein Erfolg wird nun aus Tschechien gemeldet. Ein Wissenschaftlerteam hat als überhaupt erstes die Stoffe beschrieben, die direkt gegen den Erreger wirksam sind. Und zwar gegen das Zika-Virus und gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Zu dem Team gehören Biologen der Akademie der Wissenschaften in České Budějovice / Budweis und Veterinärmediziner aus Brno / Brünn. Daniel Růžek leitet das Arbovirologie-Labor an der Akademie der Wissenschaften:

Daniel Růžek  (Foto: Archiv der Südböhmischen Universität in České Budějovice)
„Wir haben die ersten Ergebnisse von Tests an Zellkulturen und an Labormäusen zur Verfügung, und die bestätigen, dass unsere Stoffe die tödliche Neuroinfektion verhindern können. Es sind aber erst die ersten Ergebnisse, der Weg zu einem Medikament ist noch lang.“

Die Stoffe vernichten das Virus nicht, sie blockieren aber die Vermehrung der Viren in der befallenen Zelle, sagen die Wissenschaftler. Es handle sich um sogenannte Nukleosid-Analoga. Das Zika-Virus, das durch Stechmücken übertragen wird, ähnelt jenem Virus, das bei einem Zeckenbiss zur Hirnhautentzündung führen kann.

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„Unsere Forschung hat mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis begonnen. Es ist uns gelungen, die ersten Stoffe zu entwickeln. Danach brach eine Epidemie des Zika-Virus aus, das mit dem Enzephalitis-Virus eng verwandt ist. Daher sind wir davon ausgegangen, dass die Gegenstoffe gegen beide Viren wirken können, und dies hat sich bestätigt.“

Die Entdeckung bedeute aber nicht, dass man sofort mit der Behandlung bei Menschen beginnen könne, unterstreicht Daniel Růžek:

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„Die Zeit von den ersten Ergebnissen der Erprobung an Zellkulturen oder an Labortieren bis zum Augenblick, wo ein Medikament auf den Markt gebracht wird, beträgt in der Regel 15 Jahre. In diesem Fall ist die Lage etwas einfacher: Bei einigen der Stoffe werden nämlich im Moment bereits klinische Studien durchgeführt, weil sie auch gegen den Erreger von Hepatitis C wirken. Sobald die klinischen Studien zur Hepatitis abgeschlossen sind, können diese Stoffe nach nicht so langer Zeit auch gegen weitere Infektionen eingesetzt werden.“

Wann es dann Medikamente gegen das Zika-Virus und die Frühsommer-Meningoenzephalitis geben könnte, konkretisieren die Forscher allerdings nicht.