Inflationsrate im August höher als erwartet – Deflationsgefahr gebannt

Foto: Kristýna Maková

In Tschechien scheint die Gefahr einer Deflation gebannt. Im August stiegen die Verbraucherpreise stärker als erwartet, im Jahresvergleich standen plus 0,6 Prozent zu Buch. Dies geht aus den Zahlen hervor, die das tschechische Statistikamt am Dienstag veröffentlicht hat. Die Schätzungen der Nationalbank hatten indes um zwei Prozentpunkte niedriger gelegen.

Václav Franče (Foto: Archiv der Karlsuniversität in Prag)
Zur Beschleunigung beim Anstieg der Verbraucherpreise trugen vor allem Lebensmittel wie Reis, Eier, Pflanzenfett und Zitrusfrüchte bei, führt das Statistikamt an. Zugleich hätten auch die Preise für Schuhe und Kleidung angezogen, hieß es weiter.

Wirtschaftsanalytiker bezeichneten die Inflationsentwicklung auf einen neuen Höchstwert für dieses Jahr als nicht erwartet. Laut Analytiker Patrik Rožumberský von der UniCredit Bank habe sich die tschechische Wirtschaft damit weit von einer möglichen Deflation entfernt. Das Risiko dafür sei mittlerweile verschwindend gering. Václav Franče von der tschechischen Raiffeisenbank warnte indes vor einem voreiligen Urteil. Laut Franče könnten die Lebensmittelpreise wegen der gegenseitigen Sanktionen der EU und Russlands wieder sinken. Auch deswegen bestehe die Möglichkeit, dass die Tschechische Nationalbank noch bis Ende 2015 ihre Deviseninterventionen fortsetzen werde.

Foto: Kristýna Maková
Die Nationalbank hatte im November vergangenen Jahres begonnen, die tschechische Krone durch den Verkauf von Reserven auf dem Devisenmarkt zu schwächen. Grund waren gerade die Befürchtungen einen Deflation gewesen. Dieses Vorgehen hatte allerdings zu Kritik von vielen Politikern geführt, weil dadurch auch die Kaufkraft Menschen hierzulande gesunken ist. In einer Reaktion auf die aktuelle Entwicklung der Inflationsrate sieht sich die Nationalbank indes bestätigt für ihre Interventionen.

Autor: Till Janzer
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