Internationaler Tag der Roma

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Zum Anhören des folgenden Beitrags im Format Real audio klicken Sie bitte hier: Neben den Slowaken bilden die Roma die größte Minderheit in Tschechien. 300000 sollen hier leben. Aber viele Tschechen wissen nur sehr wenig über ihre Nachbarn. Statt dessen grassieren oft Vorurteile und negative Klischees. Das soll sich ändern. Eine Woche lang veranstalten einige Vertreter der Roma eine Informations- und Kulturkampagne, deren Höhepunkt am Sonntag stattfindet, am internationalen Tag der Roma. Sylvie Reichel stellt die Kampagne vor.

Im Jahre 1971 trafen sich in London Roma aus 22 Ländern zum ersten Kongress der Internationalen Roma Union. Und zum Gedenken an diese Zusammenkunft bestimmten sie einen internationalen Festtag - den 8. April. Seitdem feiern Roma an diesem Datum in England und Frankreich, Ungarn und Bulgarien, in den USA und in Australien, praktisch überall in der Welt. Zum 30igjährigen Jubiläum sind nun auch zum ersten Mal die tschechischen Roma dabei. Organisiert wird das Fest von dem Verein Athinganoi, deren Vorsitzende Radka Kovacova ist.

"Den internationalen Tag der Roma gibt es zum Beispiel deshalb, damit Roma sich ihrer ursprünglichen Identität bewusst werden und erfahren, dass sie einen Festtag haben den sie feiern können. Über diesen Festtag weiß man in der Tschechischen Republik nicht viel, oder er ist nicht im Bewusstsein der Menschen. Und deshalb wollen wir, dass alle wissen, dass dieser Tag existiert und in der ganzen Welt gefeiert wird."

Spendensammlung. Unter dem Motto "Kein Heim ist wie das andere - Helft Kindern" wird auch in anderen tschechischen Städten gesammelt. Das Geld soll Kindern zugute kommen, die in Heimen aufwachsen müssen. Ivan Kurz von der Organisation Kinderheime in Tschechien ist darüber sehr erfreut.

"Neunzehn Kinderheime schlugen konkrete Kinder vor, die außergewöhnlich talentiert sind, mag es ein Talent im Lernen sein, im Sport, in Kultur usw. Diese könnten finanziert werden durch die Unterstützung der karitativen Sammlung."

Die Kritik, dass nur talentierter Nachwuchs aus Kinderheimen gefördert werde und nicht auch Talente aus sozial schwachen Familien, wiesen die Veranstalter der Kampange zurück. Für die anderen Kinder werde dann eben nächstes Jahr gesammelt.

Autor: Sylvie Reichel
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